Freitag, 18. März 2005

TKKG Folge 145: Hinterhalt am schwarzen Fels

Nachdem mir das Buch (Band 101) gut gefallen hat, war ich sehr auf die Hörspielumsetzung gespannt. In den letzten Folgen nervten vor allem die ständigen Gangsterdialoge. In der Buchvorlage gibt es hingegen kaum welche! Eine Sensation und für die momentanen Verhältnisse ein Highlight. Ob es daran liegt, dass die Bücher nun lektoriert werden?
Kann das Hörspiel trotz der guten Buchvorlage schlechter sein?

Leider wurden vom Buch viele Gangsterdialoge übernommen und sogar welche hinzugefügt. Diese Parts hätte ansonsten der Erzähler übernommen. Darüber hinaus fallen viele Erzählerparts des Buches nun den Charakteren der Geschichte zu, was enorm die Glaubwürdigkeit diverser Gespräche mindert.
Als ob das nicht genug wäre wurde die Geschichte an mehreren Stellen überarbeitet. So weiß Gaby nun von ihrem Vater, dass die Gangster die Schule überfallen haben, in der 9a waren und abgehauen sind, weil keiner sich im Klassenraum befand. Im Buch ist es lediglich eine Überlegung von Tim.

Durch diese Information wird der Geschichte einiges vorweggenommen und auch die Gangsterdialoge wurden gleich am Anfang so platziert, dass man alles weiß. Das Ergebnis: Die Spannung fällt nahezu komplett weg.

Ein anderes Beispiel ist die Idee von Rebecca für einen Ausflug. Im Buch ist es aber Karl. So werden Dialoge aus dem Buch teilweise falsch interpretiert und anderen Charakteren in den Mund gelegt.

Ich frage mich, was der Tracktitel „Gabys lästiger Verehrer“ soll, wenn dieser nur durch einen Gangsterdialog erwähnt wird. An dieser Stelle hätte man sich etwas passenderes einfallen oder lieber gleich die Kapitelbezeichnung des Buches übernehmen können.

Die Sprecherleistungen sind gewohnt gut. Ganz vorne mit dabei ist Veronika Neugebauer (Gaby), die ihre Rolle bravourös in Szene setzt. Auch der Rest der TKKG-Stammsprecher überzeugt. Der Erzähler hat aus den bereits oben genannten Gründen relativ wenig zu sagen. Wolfgang Kaven trägt in gewohnter Ruhe seine Parts vor. Richtig klasse fand ich die Sprecher der Terroristen: Sie passten perfekt und haben durchweg klasse Arbeit geleistet. Leider finde ich Holger Mahlich als Landres zu markant. Er passt meiner Meinung nach nicht zu der Rolle des Leibwächters. Seine Leistungen sind aber keineswegs schlecht.

Die Soundeffekte sind größenteils alte bekannte, ist halt gewohnte EUROPA-Qualität. Besonders schön fand ich das Vogelzwitschern und Wolfsgeheul. Das hat den Szenen doch etwas ganz besonderes verliehen. Passend war, neben den Effekten, auch die Musik. Nicht zu aufdringlich und nervig (bis auf die Titelmelodie). So kann es ruhig weitergehen.

Fazit:

Solides Hörspiel, besser als so mancher Vorgänger, kommt aber leider nicht an das Buch heran. Wer das Lesen nicht scheut, sollte lieber zum Buch greifen.


Eine Original-Rezension von TKKG-Site.de
Link zur Original-Rezension: Mehr Gangsterdialoge als im Buch

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