Sonntag, 20. März 2005

TKKG Folge 146: Nonstop in die Raketenfalle

Dem Inhaltsverzeichnis des Buches ist zu entnehmen, dass bereits auf Seite 63 die titelgebene Geschichte beginnt. Das Hörspiel startet mit dieser erst am Ende des siebten Tracks, wo auch nur eine kurze, kleine Andeutung gemacht wird. Insgesamt bleiben da nur noch lächerliche 15 Minuten für den „Hauptfall“.

Der Rest besteht aus einer kleinen Erpressung, die bis auf eine Kleinigkeit überhaupt nichts mit dem Rest zu tun hat. Insgesamt hat die Geschichte dieses Mal nicht 5 ineinander verwickelte Fälle, sondern nur zwei (im Buch sind es mehr):

Paolo wird erpresst und ruft TKKG um Hilfe. Im Buch wird erklärt, warum Paolo erpresst wird. Das Hörspiel lässt einen darüber im unklaren. Immerhin wurde im Hörspiel der Part gestrichen in dem die Tat vom Täter beschrieben wird.

Die Erpressung von Paolo Petriccio hat mit der Raketengeschichte auch nur etwas zu tun, weil einer der Gangster aus dem „Hauptfall“ es nebenbei gemacht hat. Im Buch gibt es noch eine Kindesentführung. Die wurde hier weggelassen, aber warum nicht die Erpressung? Vielleicht weil das Hörspiel sonst zu kurz (weniger als 49 Minuten) geworden wäre?

Völlig überflüssig ist auch das Gespräch mit der Studentin Indira Varanasi, die sich bei Karls Vater Albert Vierstein eingeschrieben hat (als Stundentin für Mathe). Sie erzählt TKKG nur etwas über eine Ausstellung. Gangster wollen die Ausstellung ausrauben (zweiter Fall), doch da es dazu sowieso nicht kommt und die Info von ihr für TKKG unwichtig ist, wird der ganze Handlungsstrang überflüssig.
Unverständlich ist auch, warum in der Beschreibung auf der Hülle die Rede davon ist das TKKG auf eine Abhöreinrichtung stoßen. Im Hörspiel entdeckt, wie in der Buchvorlage, Leon die Anlage. Das ist jedoch nicht die einzigste Abweichung. Im Hörspiel überbringt TKKG Kommisar Glockner die Speichelanalyse der Briefmarke auf dem Erpresserbrief. Im Buch ist es jedoch Gaby, die Wespe telefonisch darum bittet die Analyse zu veranlassen.

Die zweite Story dreht sich um ein paar Autoschieber, die nun die Anlieferung der Ausstellungsartikel abfangen wollen, indem sie das Flugzeug mit einer Rakete vom Himmel holen wollen.

Insgesamt kann ich den Büchern konstatieren, dass es nach einer langen Durststrecke wieder bergauf geht (wiederkehrende Charaktere, dichtere Geschichte und das Internat wird wieder wichtig, zum Beispiel melden sich Tim und Klößchen beim EvD ab), die Umsetzung des Hörspiel lässt jedoch zu Wünschen übrig (durch z.B. überflüssige / nicht nachvollziehbare / unvollstängige Handlungteile).

Alle eingesetzten Sprecher, bis auf Peter Lontzek, sind schon aus vielen EUROPA Produktionen bekannt und liefern gewohnt gute Arbeit ab. Auch die TKKG-Sprecher sind in guter Form.

Von den Effekten habe ich fast gar nichts mitbekommen. Die EUROPA Geräusche sind einem schon so bekannt, dass man nichts vermisst. Recht erfrischend ist dieses Mal die Musik, sie fügt sich gut in das Hörspiel ein.

Fazit:

Eine derartig schlechte Umsetzung der sehr guten Buchvorlage habe ich noch nicht erlebt. Die Story wurde durch Kürzungen/Änderungen total zerrissen und jeglicher Spannung beraubt. Ich kann nur hoffen, dass die nächste Produktion besser wird. Dieses Hörspiel kann noch nicht einmal durch einen Trashfaktor (Yokototi, Killerpflanzen) punkten.


Eine Original-Rezension von TKKG-Site.de
Link zur Original-Rezension: Buch top - Hörspiel flop

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