Mittwoch, 2. Juli 2008

Gruselkabinett Nr. 24/25 - H.P. Lovecraft - Der Fall Charles Dexter Ward

Charles Dexter Ward stammt aus einer wohlhabenen uns angesehenen Familie. Als er ankündigt nach der Schule dem staatlichen Bildungsweg nicht weiter zu folgen, sondern selbst wichtige historische Forschungen anzustellen, sind seine Eltern sehr besorgt. Im Laufe der Zeit verschließt sich Charles Dexter immer mehr seinen Eltern gegenüber. Anfanglich noch stolz von seinen neuen Wissenpuzzels berichtend, lehnt er es nach einiger Zeit komplett ab, über seine Forschungen zu erzählen.
Die Eltern ziehen einen guten Freund des Hauses zu Rate: Doktor Marinus Bicknell Willet.
Von Charles erfährt dieser, dass er die gesamte Historie seines in Vergessenheit gerateten Vorfahren Joseph Curwen zu ergründen sucht. Diese Suche führt den jungen Mann häufig auf Friedhöfe und lässt ihn unheimliche Experimente durchführen. Seine Eltern geraten zunehmend in Sorge umd die geistige Gesundheit ihres Kindes.
Dr. Willet recherchiert aufgrund des merkwürdigen Verhaltens und bringt stetig mehr Licht ins Dunkel.

Die stärkste Szene in dem gesamten Hörspiel befindet sich auf der ersten CD. Dort wird der Tod von Curwen im 18. Jahrhundert spannend inszeniert und der Hörer erfärt, dass er von der Bevölkerung als Hexenmeister gefürchtet wurde. Danach wird die Geschichte zunehmend vorhersehbarer:
Fast die gesamte erste CD benötigt man um im Groben zu wissen, was auf der zweiten CD geschehen wird. Dies liegt zum einen daran, dass in mehreren Zeitebenen die Geschichte berichtet wird und Szenen, die erst zum Ende des Falles geschehen sind vorweggenommen werden. Doch den besten Effekt in dieser Hinsicht erziehlt die Warnung, die ausgesprochen wird und an dieser Stelle nicht wiedergegeben wird, um die Spannung zu erhalten. Es sei aber gesagt, dass Charles Dexter diese überhaupt nicht wahrnimmt.

Dank der Sprecher, die allesamt in ihren Rollen zu überzeugen wissen, und der wieder einmal großartigen Einbindung klassischer Musikstücke bleibt jedoch eine gewisse Spannung erhalten. Somit wird verleitet das Hörspiel glücklicherweise nicht dazu sich über die Eltern oder den Arzt zu ärgern, die das für den Kenner solcher Stoffe offensichtliche nicht einsehen wollen, erst als es bereits zu spät ist. Hier stechen besonders Ernst Meincke als Arzt und Erzähler und Frank Schaff als Charles Dexter Ward und Joseph Curwen heraus.

Höhepunkte dieser Produktion sind das Covermotiv des zweiten Teils und die Sprecher Ernst Meincke als Dr. Willet und Erzähler, den ich seit Gabriel Burns nicht mehr missen möchte, sowie Frank Schaff als Charles Dexter Ward und Joseph Curwen.
Das Cover ist erneut eine Freude, da bei der Motivwahl sichtlich nachgedacht wurde: Das gezeigte Haus der Wards ist nämlich eine Abbildung des real existierenden Halsey Anwesen, welches Lovecraft als Vorlage diente.


Unterm Strich bietet dieses Hörspiel leichte Unterhaltung für einen längeren Abend. Der Reiz dieser Geschichte bildet die gute Inszenierung und der Charme der altmodischen und soweit ich das beurteilen kann für Lovecraft typische Erzählweise: Der Grusel innerhalb der Geschichte tritt zunehmend in den Hintergrund und der Verlauf der Geschehnisse in den Vordergrund, die wiederung ein gewissen Unwohlsein hervorrufen.

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