Samstag, 22. November 2008

TKKG Folge 161: Ein Yeti in der Millionenstadt

Eins vorweg: Dies ist das erste von André Minninger verfasste TKKG-Abenteuer, das mir richtig gut gefällt, auch wenn es kleinere Schwächen aufzuweisen hat.

Das Hörspiel beginnt damit, dass Tim und Klößchen sich des Nachts aus dem Internat schleichen, da Tim eine Wette verloren hat und nun einer Statue eine Weihnachtsmannmütze aufsetzten soll. Drollig ist, dass der sonst als unfehlbar dargestellte Tim eine derart simple Wette verliert. Er hätte sich früher wohl niemals auf eine Wette eingelassen, insbesondere nicht auf eine, deren Wettgegenstand er leicht an sich selbst hätte testen können. Diese Wette und die dadurch entstehende Verfälschung von Tims Charakter stört mich am meisten. Wie dem auch sei - Tim und Klößchen werden durch ihre nächtliche Wanderung Zeugen eines Überfalls: Ein Yeti versucht einer der Internatslehrerinnen ihr soeben aus dem Geldautomaten gezogenes Bargeld zu klauen. Dank der Reaktion der Lehrerin und der von Tim gelingt dies dem Yeti jedoch nicht. Lustig ist die darauf folgende Szene, in der die Lehrerin zuerst erfreut über den glücklichen Ausgang der Situation ist, sodann aber nachfragt, was die beiden Jungen denn um diese Zeit hier zu suchen hätten.
Dieses Hörspiel ist bedeutend spannender als die meisten vorhergehenden Folgen, da Tim zunächst tatsächlich den Übeltäter unterschätzt und von ihm zu Boden geworfen wird. Darüber hinaus hat Tim auch mal Pech und kann den Dieb nicht schnappen, da er auf einer Eisfläche ausgerutscht ist. Dieses Hörspiel wirkt somit realistischer als die meisten anderen der Neuzeit.

Das Beste bei diesem Hörspiel ist, dass die ganze TKKG-Bande richtig ermittelt! Sie befragen Verdächtige, sammeln Indizien und Beweise. Da fühle ich mich direkt an die ausgezeichneten klassischen TKKG-Computerspiele von Tivola zurückerinnert. Sehr schön ist auch, dass die Lösung, wodurch der Täter sich verrät, in sich schlüssig ist und der Hörer selber miträtseln kann.
Gut gefallen hat mir auch, das Minninger diesmal kein Gezicke von Gaby zulässt und kein nervendes Bussi hier, Bussi da. Auch Karl und Klößchen kommen nicht allzu kurz, auch wenn immer noch so grandios lustige Sprüche von Klößchen wie früher fehlen. Gut gefallen hat mir, dass Karl endlich wieder etwas aus seinem großem Wissensfundus preisgeben konnte, ohne von vornherein abgewürgt zu werden. Ich fand es immer nervig, als Tim anfing, Karls Rolle zu übernehmen und ihn somit überflüssig werden lies.

Für Minninger ist es wohl nervig, dass nur Klößchen Schokolade vertilgt. So naschen alle von TKKG wieder einmal Schokolade. Für mich störend, da dies völlig atypisch für TKKG ist. Merkwürdig ist auch, dass unter anderem Gaby zuvor ablehnt, später jedoch ebenfalls nascht.

Größter Kritikpunkt ist für mich die Überführung des Täters. Er ist sofort geständig und erzählt bereitwillig alles, was noch gesagt werden muss. Dies halte ich für unrealistisch. Da hätte es mir besser gefallen, wenn der Täter als übertrieben stolz dargestellt worden wäre und deshalb alles ausplaudert, oder als sehr schweigsam und bedrückt, da er sich für seine Taten schämt. Was nicht nur in diesem Hörspiel fehlt, sondern in fast allen neuen TKKG-Hörspielen ist die für die Serie charakteristische Verurteilung der Verbrecher, wobei der Erzähler berichtet, wie sie für ihre Taten büßen. Hier wäre es ganz nett gewesen zu hören, dass der Täter das gestohlene Geld zurückzahlen und gemeinnützige Arbeit verrichten muss.

Ganz begeistert bin ich dieses Mal von den Hauptsprechern: Alle scheinen extrem gut gelaunt zu sein, sodass es ein wahres Vergnügen ist, ihnen zuzuhören. Lediglich Niki Nowotny klang zwischendurch etwas kränklich. Auch alle anderen Sprecher wussten mich zu überzeugen, wobei Judy Winter als Internatslehrerin mir nicht recht passte.

Ganz ausgezeichnet war bei diesem Hörspiel die Soundkulisse. Es waren wunderschöne Musikstücke dabei, die ich noch aus uralten EUROPA-Produktionen kenne, bei denen ich mich unheimlich gefürchtet habe. Auch die Soundeffekte sind gut ausgewählt worden. Zwischendurch hört man Oskars Pfoten auf dem Untergrund klackern. Ich kann mich gar nicht erinnern, dies bereits in einem anderen TKKG-Hörspiel wahrgenommen zu haben. Es war allgemein wieder schön, Oskar fast überall dabei zu haben.

Fazit:

Das beste TKKG-Hörspiel nach Motiven von Stefan Wolf, vielleicht sogar das beste der letzten 30 Folgen. So kann es gerne weitergehen.


Eine Original-Rezension von TKKG-Site.de
Link zur Original-Rezension: Bisher bestes TKKG-Hörspiel nach Motiven von Stefan Wolf

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