Sonntag, 19. April 2009

Gruselkabinett Nr. 35 - Das Schloss des weißen Lindwurms

Von den Einzelfolgen ab Gruselkabinett 30 kann ich mich bedeutend mehr begeistern als von denen seit Folge 14 (mit Ausnahme von Folge 34). Dies liegt wohl daran, dass die Geschichten kurzweiliger scheinen. Die Handlungen sind nicht mehr allzu sehr auf Grusel ausgelegt. Es scheint mir alles viel abenteuerlicher - zumindest beim Hören und Genießen im Sonnenschein des Frülings. Fakt bleibt, dass sie extrem gut unterhalten und dabei nicht mehr als eine Stunde beanspruchen. Vielleicht weicht der Eindruck des Abenteuers mehr und mehr, wenn diese Hörspiele bei Nacht oder zumindest im Dunkeln gehört werden.

Das Schloss des weißen Lindwurms von Bram Stroker ist eine faszinierende Geschichte. Marc Gruppe ist es gelungen aus einem 180 Seiten Roman ein einstündiges packendes Hörspieldrehbuch zu schreiben. Besonders in der Kürze lag für mich der Reiz, da ich in der Vergangenheit mit vielen schlecht gekürzten Werken zu kämpfen hatte, die sich in allzu vielen unwichtigen Details verloren. Deshalb bin ich sehr glücklich darüber, wie gekonnt Marc Gruppe anhand literarischen Vorlagen atmosphärische und niemals zu lange Hörspielskripte schreibt.

Für die Serie "Die schwarze Sonne" von LAUSCH bildet dieser Roman von Bram Stroker die Ausgangsbasis. Bisher kannte ich den Stoff nur von der ersten Folge der Serie "Die schwarze Sonne". Daher war ich umso überraschter über die Stellen, bei denen LAUSCH vom Original abweicht. Die Serie von LAUSCH ist sehr düster und kann das eigene Gemüt negativ beeinflussen. Von daher war ich froh, das Titania Medien, bzw. vielmehr Bram Stroker Adam Salton keinen Psycho-Trip durchleben lässt.
Wer dieses Werk im Original lesen möchte kann das kostenlos bei books.google.com tun.
Die Geschichte überraschte mich mehrfach, daher will nur eine grobe Inhaltsangabe:
Adam Salton reist zu seinem letzten noch lebenden Verwandten. Dort gibt es die Geschichte über einen weißen Lindwurm, dem Opfer gebracht wurden und einer Familie mit hypnotischen Kräften. Beides stellt sich als gefährliche Realität heraus und schon bald muss sich Adam Salton der Gefahr stellen um sie für alle Zeiten zu bannen.

Bei den Sprechern stach keiner besonders hervor. Alle sind durchweg überzeugend. Nett war es, mal wieder Anja Stadlober bei Titania Medien zu hören. Ihre Leistung finde ich überzeugend, doch störte mich der Wechsel zwischen Panik und Beschreibung ihrer Situation, da sie bei der Beschreibung verständlicherweise nicht ebenso panisch spricht. An der Stelle hat ein Erzähler gefehlt, denn hier fällt es auf, dass die Charaktere immer selbst die typischen Erzählerparts übernehmen. Doch solange es der Hauptcharakter ist, scheint es immer so, als ob dieser die Geschichte Revue passieren lässt, niedergeschrieben hat oder einem schlicht erzählt. Wenn jedoch verschiedene Charaktere dies machen, insbesondere welche die nicht wiederkehren, so kann dies unangenehm auffallen.
Weiterhin ist mir aufgefallen, dass Hasso Zorn manchmal das "th" beim Vornamen Nathaniel wie ein scharfes "s" ausgesprochen hat.

Musik und Geräusche wurden gut in Szene gesetzt und komplettieren das gelungene Hörspiel. Die düstere Musik reißt einen mit und steigert die Spannung.

Das Cover ist auffällig durch seine monotone Farbgebung. Es gefällt mir ganz besonders, wie alle Gruselkabinett-Cover, die viel Landschaft zeigen bzw. ein Objekt aus größerer Entfernung im Zusammenhang mit eindrucksvollen Farben.

Fazit:

Ein gelungenes Hörspiel, das wiedermal zeigt, dass Titania Medien längere Buchvorlagen vernünftig kürzen kann, sodass durchweg spannende Unterhaltung garantiert ist.


Eine Anmerkung am Rande: Ich finde es schade, dass auf der CD keine Angabe mehr über die Spiellänge zu finden ist.

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