Samstag, 26. September 2009

TKKG Folge 059: Trickdieb auf Burg Drachenstein

Verbrecher auf Burghotels gab es bis heute (Fall 166) bereits mehrere. Vorweg nehmen möchte ich, dass sich dieser Fall sehr gut hören lässt und ebenso gut lesen. Im Original handelt es sich um ein Super-Tramp-Büchlein. Das Super-Tramp-Büchlein wurde 1985 von Pelikan herausgegeben, doch auf der CD steht das Jahr 1988 mit dem Pelikancopyright, wobei damit wohl das Produktionsjahr der CD gemeint ist. Besagtes Mini-Buch hat 86 Seiten und misst 9 x 13 cm. Aufgrund dieser Kürze ist es möglich während des Hörspielhörens mitzulesen. So kann man leicht nachvollziehen, welchen Anteil H. G. Francis an den guten Drehbüchern hat. Einige Dialoge wurden 1:1 übernommen, doch gibt es ebenso viele Ergänzungen im kleinen und großen Rahmen, die die Gespräche realer wirken lassen und nicht so abgerundet wie in der Vorlage. Auch wurde öfters die Wortwahl angepasst und Sätze umgestellt. Darüber hinaus wurde für mehr Action gesorgt: Beispielsweise beginnt das Hörspiel mit einer Verfolgungsjagd, die TKKG auf dem Hauptbahnhof bemerkt. Diese "fehlt" in der Vorlage. Dort wird der Zusammenhang wie der Klassenkammerad zu TKKG stößt und der Gangster eingeführt wird gänzlich anders dargestellt. Auch Kommissar Glockner tritt anders in Erscheinung: Im Büchlein erscheint er zufällig, da er einen Trickdieb sucht. Im Hörspiel entschuldigt er sich, weil er zu spät erschienen ist.

Diese Änderungen sind keineswegs störend, aber allemal interessant. Wer das Super-Tramp nicht besitzt, kann die Geschichte auch in Sammelband 6 nachlesen mit oder ohne Begleitung des Hörspiels. Bei den Erzählerparts im Buch könnte man bisweilen die CD pausieren und stellt dabei fest, wie viel bei einem so kleinen Buch gekürzt wurde (und was hinzugefügt).

Da die Geschichte schnell erzählt ist, gehe ich nicht weiter auf diese ein, möchte jedoch anmerken, dass sie kurzweilig und spannend ist.

Die interessante Geschichte wird von allen Sprechern hervorragend gesschauspielert. Keiner gibt sich eine Blöße.

Hervorheben möchte ich den Erzähler Eric Vaessen. Als Kind hörte ich die Hörspiele mit ihm lediglich ein einziges Mal und habe ihn nicht besonders in Erinnerung. Gabys Zweitstimme Scarlett Lubowski habe ich dagegen im Hinterkopf, da sie mir nicht sonderlich zusagte. Scarlett Lubowski und Eric Vaessen sorgten oft für Diskussionsstoff. Auch ich äußerte mich einmal negativ gegen ihn. An dieser Stelle oute ich mich: Meine Meinung hat sich geändert und Eric Vaessen ist für mich ein ausgezeichneter TKKG-Erzähler. Im Gegensatz zu ihm klingen die meisten anderen Erzähler bei TKKG überwiegend dumpf und nicht so klar. Eine ausgezeichnete Abwechslung. Die Stimme passt erstklassig zur eingesetzten Musik und Stimmung. Wobei meine Favoriten weiterhin die Günt(h)er-Erzähler bleiben.

Ebenso ausgezeichnet wie die Wahl der Sprecher sind die ausgesuchten Musikstücke und Soundeffekte. Sie unterstützen die Urlaubsstimmung hervorragend und sorgen für eine angenehme Stimmung.

Fazit:

Bei diesem Fall könnte die Vorlage dem Hörspiel beigelegt werden. So gut lässt sich diese zum Hörspiel lesen. Die Unterschiede zwischen Vorlage und Hörspieldrehbuch treten hervor und gewähren somit einen interessanten Einblick in die Arbeitsweise des Drehbuchautoren H. G. Francis. Die Geschichte ist interessant aufgemacht und lässt keine Langeweile aufkommen.

Alle Sprechern spielen ihre Rollen hervorragend und werden von den ebenfalls ausgezeichnet ausgesuchten Musikstücken und Soundeffekten unterstützt.

Ein durch die Bank weg gelungenes Hörvergnügen.


Eine Original-Rezension von TKKG-Site.de
Link zur Original-Rezension: Wieder Verbrecher auf Burghotel - und trotzdem interessant?

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