Sonntag, 22. November 2009

Gruselkabinett Nr. 38 - Die Spinne

Die Spinne von Hanns Heinz Ewers bietet ein inzwischen sehr bekanntes Motiv: In einem Hotelzimmer kommen mehrere Menschen ums Leben und eine Person nächtigt dort, um den Grund der seltsamen Vorkommnisse herauszufinden.
Der meiner Meinung nach wenig überzeugende Kinofilm" Zimmer 1408" weist das gleiche Motiv auf. Ist dieses Hörspiel besser?
Die Geschichte spielt zunächst im Jahre 1910. Mehrere Männer haben sich stets Freitags auf die selbe Art das Leben genommen. Der Protagonist wird davor gewarnt,in dem Zimmer zu nächtigen und muss viel Überzeugungsarbeit leisten, ehe er die Erlaubnis erhält, dort wohnen zu dürfen.
Zunächst scheint alles normal und nichts passiert. Im Laufe der Zeit wird der Protagonist jedoch von einer Spinne und einer Frau in den Bann gezogen. Der Grund für die Selbsmorde wird interessant dargelegt und ist typisch für die damalige Zeit. Für heutige Verhältnisse wohl etwas langweilig. Der dem jedoch nicht abgeneigte Hörer wird langsam eine Gänsehaut erhalten und immer tiefer in die Geschehnisse hineingerissen.
Dies ist definitiv kein Hörspiel zum Nebenbeihören. Dadurch fällt es dem Hörer sicherlich schwerer, sich in den Protagonisten einzufühlen, denn gerade darin liegt der Reiz dieses allmählichen Schauers. Die Idee mit der Spinne ist mir neu und weiß durchaus zu gefallen. So kann man schlussendlich sagen, dass der junge Student das Geheimnis letzten Endes lüftet und vielleicht viele anderen Menschen vor einem schlimmen Schicksal bewahrt hat. Ob er selbst seinen persönlichen Horrer überlebt, wird derjenige erfahren, der dieses Hörspiel bis zum Ende hört.
Die Sprecher und die technische Seite sind einwandfrei, wie man es von Titania Medien gewohnt ist. Das Cover weiß zu gefallen. Ein exakter Bezug zwischen dem Dargestellten und der Geschichte ist jedoch nicht allzuleicht herzustellen.

Fazit:
Das Hörspiel konnte mich genauso wenig wie der Kinofilm" Zimmer 1408" vollends überzeugen. Dies liegt einerseits am Motiv, welches mir nicht sonderlich zusagt und andererseits an der Erzählweise. Langweilt der Kinofilm mit einigen Schockelementen, wird im Hörspiel Spannung durch die im Tagebuch festgehaltenen Beobachtungen des Protagonisten hervorgerufen. In beiden Fällen muss man sich auf die jeweilige Art des Grusels einlassen, andernfalls ist es für den Hörer oder Zuschauer langweilig. Besonders hervorzuheben ist bei beiden Geschichten das Ende, welches mir sehr gut gefällt.

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