Donnerstag, 26. August 2010

Folge 009: Abenteuer im Ferienlager

Produktion: Europa 1982
Sprecher: Günther Dockerill, Sascha Draeger, Niki Nowotny, Manou Lubowski, Rhea Harder, Veronika Neugebauer, Wolfgang Völz, Lutz Schnell u.a.
Genre: Jugend, Krimi
Dauer: ca. 42 Minuten



Rezension
TKKG verbringen einen Teil der Sommerferien in einem Ferienlager und erleben dort ein paar Abenteuer. In der Buchvorlage sind es fünf Kapitel und fünf in sich abgeschlossene Abenteuer. Im Hörspiel ist ist das zweite Kapitel auf der ersten Seite der MC und das dritte zusammengemixt mit dem vierten Abenteuer auf der zweiten Seite vertont.

Beginnen wir mit dem zweiten Kapitel – die Gespenster – und dessen Änderungen:
Im Ferienlager hat jedes Haus einen Betreuer. Der von TKKG ist der Student Günther, gesprochen von Wolfgang Völz. Die Kinder sind per du mit ihm und nennen ihn Rasputin. Im Buch wird er gesiezt und persönlich mit seinem richtigen Namen angesprochen.
Eine krasse Änderung ist der Auftritt Rasputins. Im Buch wird er nur für einen Telefonanruf und eine Benachrichtigung gebraucht und spielt somit keine große Rolle. H.G. Francis, der das Hörspielskript schrieb, scheint einen Narren an Rasputin gefressen zu haben. Denn er hat ihn in nahezu alle Szenen hineingeschrieben: Daher hat sich inhaltlich viel geändert und Textzeilen von Klößchen und Tarzan übernimmt nun Rasputin.
TKKGs Betreuer ist im Buch ein wenig ängstlich, aber sehr sympathisch. Eigentlich darf er TKKG nicht dabei unterstützen, sich des Nachts unerlaubt vom Ferienlager zu entfernen und TKKG zu informieren. Er tut es aber dennoch, mit der Begründung von nichts zu wissen und manchmal Schlafzuwandeln und dabei zu reden.
Im Hörspiel muss er nicht überredet werden; er bietet sich selbst als Informationsmittler an, will auf Nachfrage von Tarzan aber nicht mitkommen und redet sich mit einer Erkältung raus.
Rasputins ängstliche Seite wird im Hörspiel gut übertragen. Durch seine vielen Auftritte gibt es  viele gänzlich neue Dialoge, die im Buch nicht vorkommen. Die Erweiterungen sind durchaus spaßig, besonders bei Klößchen.
Der Erzähler hat neue Texte erhalten: Zum Beispiel verliert Tarzan fast den Anschluss bei einer Autoverfolgung und Gaby zweifelt an Tarzans Erfolg. Das gibt es im Buch nicht. Dort ist Tarzan der Held – ohne jeden Zweifel. Im Hörspiel ist das realistischer. Beim Finale repariert Tarzan auch das Telefon und ruft die Polizei. Doch wann wurde das Telefon bitte modifiziert? Die bösen Buben hatten lediglich vor das Telefon unbrauchbar zu machen. Die Tat des Unbrauchbarmachens ist nicht verhörspielt und ich wüsste auch keine Gelegenheit, wann sie es hätten tun können. Ein kleiner Fehler. Da hätte die Ergänzung besser weggelassen werden sollen und Tarzan nur nach der Taschenlampe zum Telefonieren fragen ...
Neu (und lustig) ist Klößchen, der Tarzan versehentlich angreift. Im Buch trifft es einen Gegner.
Auf der zweiten Seite der Kassette hat Francis aus zwei Abenteuern eines gemacht.
So werden Erpressern auch noch Rocker und Rasputin ist plötzlich – widermal – überall mit dabei. Daraus ergeben sich weniger Personen und eine komprimiertere Handlung. Mir hätte die Erpressung alleine genügt.
Empört bin ich von der neuen Wendung, die Tarzan in Lebensgefahr bringt. Ein übler Bursche droht ihn zu erschießen. In der gesamten Buchvorlage wird kein einziges Mal auf einen Menschen mit einer Schießwaffe gezielt oder bedroht. Im Hörspiel gibt die Polizei gar einen Warnschuss ab. Der Showdown findet auf dem Hof des Anführers der Rockerbande statt. Im Buch ist es bei einem Jugendtreff. Den Showdown der Erpressergeschichte findet im Buch in einer Gaststätte statt und dort werden die Übeltäter auch nur mit den Fakten konfrontiert, die sie handlungsunfähig machen. Im Hörspiel wird der Anführer gewalttätig und TKKG finden Bundeswehrwaffen bei ihm, was im Buch zur Rockergeschichte gehört.
Das Hörspiel übernimmt den Terminus Feriendorf im Klappentext vom Pelikanbuch. Dabei heißt es Ferienlager. Nur bei den Tramps stand auch in der Geschichte selbst Feriendorf statt Ferienlager.
Ein weiterer Fehler ist bei der Sprecherliste: Klaus heißt die Rolle angeblich. Gemeint ist jedoch der Journalist Herr Kaus. Das „l“ ist zu viel.
Wie gewohnt sind alle Sprecher top. Da gibt es nichts zu meckern. Genausowenig bei der Geräuschkulisse.
Die neue Musik ist wesentlich mitreißender und bedrohlicher als die alte. Die ist dafür etwas ruhiger und hat einen abenteuerlicheren Klang. Mir gefällt beides.

Fazit
Die erste Seite der MC (Oma und die Gespenster) wurde von Unwichtigem bereinigt. Der Fokus liegt nun mehr auf TKKG und insbesondere Klößchen (Karl ist kaum dabei am Ende, Gaby fast genauso wenig).  Rasputin ist sehr in den Mittelpunkt gerückt und von Anfang an dabei. Warum auch immer.
Auf der zweiten Seite sind zwei Abenteuer zu einem zusammengeschnippelt worden. Völlig unnötig! Dies ist auch die Krux an der Sache. Mir gefallen die beiden Original-Geschichten besser.
Ich ärgere mich an der neuen Gewalt im Hörspiel. Im Buch wird niemals ein Mensch mit einer Schusswaffe bedroht. Dafür fehlen zum Glück Tarzans Gedanken, was er tun würde, wenn jemand Gaby etwas schlimmes antäte...
Insgesamt sind es die versprochenen Abenteuer im Ferienlager. Sie sind interessant, spannend und unheimlich. Der Funke konnte bei mir aber nicht vollends überspringen. Unschön finde ich die Verschmelzung von zwei Personen bzw. von zwei Geschichten zu einer. Die Auswahl der Abenteuer ist ansonsten gelungen. Somit ist es ein gutes Hörspiel.

70% / 10,5 Punkte / Schulnote: 2−


Eine Original-Rezension von TKKG-Site.de
Link zur Original-Rezension: Unglückliche Fusion

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nach einer Prüfung wird dein Kommentar sofort freigeschaltet!