Dienstag, 12. Oktober 2010

Clive Barker Mysteries (01) Moloch Angst


Produktion: Braintone / Zauberstern Records 2010
Sprecher: Simon Jäger, Kim Hasper, Andreas W. Schmidt, Ulrike Stürzbecher, Robert Missler, Bert Stevens, Julia Casper, Konrad Halver u.a.
Genre: Psychothriller
Dauer: ca. 66 Minuten


Inhalt:
Der Student Quaid überschreitet gerne die Grenzen, um die größten Ängste einzelner Personen erforschen zu können. Als auch sein Kollege Steve Opfer von Quaids Neugierde wird, wendet sich das Blatt und Quaid wird mit seiner eigenen größten Angst konfrontiert...

Die Handlung:
Grundlegend ist nichts gegen die Geschichte zu sagen. Was mir aber definitiv aufgefallen ist: lang passiert so gut wie nix. Die Charaktere verlieren sich in langweiligen Schwafeleien über verschiedene Studienthemen, nur ein klein wenig gespickt mit dem Wichtigen: der Angst, um die es ja in diesem Hörspiel geht. Doch dann geht es irgendwann beinhart los. Das ist dafür dann schon ziemlich schockierend und gut. Siechend aber böse zieht sich der Erinnerungsfaden durch das Hörspiel, der einige Erlebnisse offenlegt und somit auch die Verbindung zum Intro herstellt.

Sprecher: Für die zwei Hauptrollen konnte man den wunderbaren Simon Jäger und Kim Hasper gewinnen. Simon Jäger spricht mit einer psychopathischen Ruhe, die seinem Charakter eine beängstigende Verrücktheit verleiht. Kim Hasper spricht einen sowohl naiven als auch netten Charakter, der leider durch ein Ereignis gezeichnet ist, das es ihm nicht gerade erleichtert. Andreas W. Schmidt bekam die Macht verliehen, das gesamte Geschehen von "oben" zu sehen und als Erzähler vorzutragen. Manchmal wirkt er zwar trotz seiner intensiven Arbeit etwas trocken, aber mit seinen restlichen Sprachtakes kann er dies so gut wie wettmachen. Ulrike Stürzbecher spielt ihre Rolle so real, dass man es schon mit der Angst zutun bekommt. Sowohl als Schönheit als auch in Gefahr, sie klingt immer gut. Bert Stevens verkörpert einen skrupellosen Cop und beweist, auch das kann er. Seine Gemeinheit kommt sehr gut rüber. Diesmal beweist sich Robert Missler in einer kleinen Rolle als Doctor, die er sachlich vorträgt. Von viel "spielen" kann leider nicht die Rede sein. Zusätzlich sind noch Julia Casper, Michael Bideller, Manuel von Hof, Konrad Halver sowie Peter Thom, Annie Bella und Wolf Bäumler zu hören.

Musik und Geräusche:
Bei der Inszenierung hat man sich viel Mühe gegeben. Zumindest merkt man dies in vielen Szenen. Bereits die Eröffnungsszene klingt wie die Tonspur eines Filmes. Mit Sichtschnitten wechselt man zwischen dem immer näherkommenden Auto und dem ballspielenden Jungen. Man konnte auch gut die Angst der einzelnen Charaktere förmlich "hören", da auch hier musikalisch gearbeitet wurde. Was mir allerdings nicht so gefallen hat, sind die Szenen in der Mensa. Hier hört man immer die gleichen Hintergrundgeräusche und das klingt leider etwas aufgesetzt. Sonst hat man eine schöne Auswahl an realistischen Geräuschen und toller filmreifer Musik gefunden, die zusammen eine beängstigende Athmosphäre ergeben.

Cover: Das Titelbild wirkt sehr stark. Man hat Timo Würz an die Zeichnung des Covers herangelassen und so ist ein düsteres Bild entstanden, das aber nicht sehr viel mit dem Hörspielinhalt zutun hat. Auch das Layout des Frontcovers ist schön. Dafür fällt es im Booklet und auf der Rückseite viel zu einfach und schlecht aus. So wirkt alles "in 10 Minuten hingerozzt". So leid es mir tut, das sagen zu müssen, aber da hätte sich der Layouter doch ein bisschen mehr Zeit nehmen können!

Gesamtfazit:
Zwar liegt hier kein supergutes Hörspiel vor, dennoch kann ich zufrieden mit dem Siegel "Gut" bewerten, da langsam "warmwerdende" Geschichte von guten Sprechern vorgetragen wurde und eine sehr gute Inszenierung erfahren hat. Beim grundlegenden Layout sollte man allerdings noch etwas feilen...

12 Punkte / Note 2

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