Sonntag, 8. Mai 2011

Utopia (01) Krone der Schöpfung



Produktion: Marctropolis 2011
Sprecher: Christian Rode, Wolf Frass, Martin Sabel, Bodo Wolf, Detlef Bierstedt, Martin May, Karen Schulz-Vobach, Annette Gunkel, Rene Dawn Claude u.a.
Genre: Sci-Fi / Endzeit
Dauer: ca. 60 Minuten


Inhalt: Asche und Staub. Mehr nicht. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Tod und Vergessen haben ihren Mantel über die Anfänge jenes Krieges ausgebreitet, der das Antlitz der Erde vernarbte. Im Widerschein unzähliger nuklearer Flammensäulen zersplitterte das Erbe der Menschheit und verdunkelte den Himmel. Das Leben, das der Verendung bislang trotzte, verkriecht sich oder zieht ziellos und auf der Suche nach Existenz umher, zehrt von den Resten einer untergegangenen Zeit. Menschen wurden Nomaden oder suchten Schutz in Siedlungen, Ciudas genannt, um die Prüfung Gottes zu bestehen. Denn der Herr, so sagt die Neue Schrift der Prediger, sandte die Große Plage als Strafe für die Frevel des schöpfenden Menschen und raffte die verdorbene Welt der Sünder hinweg...

Die Handlung: Als Setting bietet sich dem Hörer dieses Sci-Fi Hörspieles eine apokalyptische Stimmung. Menschen wurden zu Nomaden und einige Völker fühlen sich mit ihren Oberhäuptern dazu verpflichtet, die Regierung zu übernehmen. Zum Leidwesen vieler Nomaden und Menschen. Dies nennen sie den "Traum der Götter träumen". Als Hörer folgt man einer einzelnen Nomadengruppe, die auf ihrer Karawane durch die Wüste allerlei Gefahren trotzen müssen. Gemeinsam mit ihrem Propheten Noa sind sie auf der Suche nach einem Portal. Der Grundstrang ähnelt etwas der biblischen Erzählung über die Karawane von Moses, nicht zu bestreiten ist auch, dass man auf kleine religiöse Einstreuungen in die Geschichte nicht verzichtet hat, was aber die Spannung und die Geschichte nicht schmälert, sondern für mehr Realismus in der Zukunftsvision sorgt. Die Charaktere sind gut aufgebaut und geben viele Möglichkeiten für den weiteren Ausbau und viele Erzählstränge in künftigen Episoden. Allerdings endet die Geschichte offen und wirkt an manchen Stellen leicht "unwichtig", was vor allem dadurch erzeugt wird, dass eigentlich die Reise bisher nichts großartiges erzielt hat. Dennoch ist diese Folge notwendig, um die Figuren des Hörstücks einzuführen.

Die Besetzung: Beim Cast hat man auf große Namen und eindrucksvolle Sprecher gesetzt, die ein gekonntes sowie routiniertes Schauspiel an den Tag legen und ihren besetzten Figuren genau das Leben einhauchen, welches sie benötigten. Erneut ist Christian Rode in einem Hörspiel von Marctropolis zu hören, dieses Mal übernimmt er aber nur den kleinen Part des Predigers, der aber genauso wichtig ist wie jede andere Rolle in diesem apokalyptischen Zusammenspiel. Wolf Frass, der bereits im gleichen Genre durch seine Rolle in "Mark Brandis" bekannt ist, fungiert hier als Erzähler. Martin Sabel wurde es zuteil, die Hauptrolle des Noa zu übernehmen, die wie auf den Leib geschrieben passt. Mit seinem ernsten Grundton spiegelt er die Dramatik der Geschichte und der Reise gekonnt wider. Die weiteren Sprecher um Annette Gunkel, Karen Schulz-Vobach, Martin May und Detlef Bierstedt bieten bis auf kleine Ausnahmen ein super Schauspiel an.

Musik und Geräusche: Wen hätte man besseres für die akustische Ausarbeitung eines Sci-Fi Hörspiels engagieren können, als den äußerst fähigen Dennis Schuster, der bereits zwei Hörspiele seines eigenen Labels "Innovative Fiction" und einige Hörspiele des Amateurlabels "Mindcrusher Studios" in seinem Portfolio verzeichnete. Er webt um den düsteren und harten Grundtenor dramatische und kalte Klänge. So zeichnet er für Sounddesign und Komposition dieser komplexen Athmosphäre des Hörspiels verantwortlich.

Cover: Erneut ein filmreifes Cover aus der Schmiede von Marctropolis, das in äußerst düsteren Tönen besticht. Titel, Reihentitel sowie Folgennummer, Labellogo und einige kleine Symbole zieren das schwarze Frontcover, auf dem eine Art Gesicht abgebildet ist.

Gesamtfazit: Eine Bereicherung für das Genre "Sci-Fi" ist diese Serie bereits jetzt, auch wenn bisher nur eine Folge erschienen ist. Denn allein durch die beeindruckende Akustik und die tolle Besetzung kann das Hörspiel bereits bestechen. Dazu gibts dann noch eine spannende Geschichte, die zwar etwas dank einiger Belanglosigkeiten auf der Strecke hinkt und ein offenes Ende vorweist sowie ein düsteres filmreifes Cover.

13 Punkte / Note 2

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