Freitag, 24. Juni 2011

Titania Special - Folge 7: Selma Lagerlöf - Nils Holgersson

Marc Gruppe hat ein Hörspiel aus der Vorlage gezaubert, das keine Längen aufweist und stets gut unterhält. Der ungezogene Nils Holgerson wird von einem Wichtelmännchen verkleinert und muss sich fortan mit den Tieren, die er zuvor quälte, auseinandersetzen. Dabei lernt er, was es bedeutet sich für andere einzusetzen und zu welcher Verbundenheit das führt.

Henri Färber ist mir in den Gruselkabinettfolgen „Verhext“ und „Der Sandmann“ nicht negativ aufgefallen. Gut gefiel mir im Sandmann seine Leistung als junger Nathanael. Nun hat er erstmals eine sehr große Rolle: die des Nils Holgerssons. Fast das halbe Hörspiel habe ich gebraucht, um mich an ihn zu gewöhnen. Er hat eine laute Stimme und eine fröhliche Art. Es fiel mir immer wieder schwer, ihm Anfang für ein schadenfrohes Kind zu halten. Oftmals empfinde ich seine Betonung als zu lax. Ich vermisse dann meistens den nötigen Ernst, den Schreckmoment (wenn Nils beispielsweise in Schwierigkeiten steckt). Ich habe das Gefühl, der Junge sprach den Nils Holgerson mit dem gleichen Lächeln wie auf dem Foto (auf der Rückseite des Hörspiels zu sehen) ein.
Henri Färbers Leistung ist für mich der Kritikpunkt schlechthin. - Sie ist nur Mittelmaß. Zusammen mit den Sprechern der Eltern ergibt sich kein harmonisches Bild. Die Stimmen sind zu konträr. Roland Hemmo ist als Erzähler gut, doch seine ruhige Stimme verblasst hinter dem lauten Organ henri Färbers. Daher ebenfalls keine Idealbesetzung. Die übrigen Tier- und Menschenfiguren sind herausragend besetzt und die Buchbearbeitung überzeugt mich ebenfalls.

Bei den Musikstücken gibt es nicht viel Neues. Es werden klassische Stücke abgespielt und welche, die bereits aus der Hörspielserie Anne bekannt sind. Natürlich passt der Einsatz jedes Mal. Überraschungen bleiben aus.

Auf der Seite der Geräusche läuft alles wie geschmiert. Titania Medien hat es geschafft einen eigenen Standard zu definieren wie EUROPA mitte der Achtziger.

Fazit
Dieses Titania Special gehört zu den schwächeren. Die Geschichte ist hervorragend umgesetzt und die Sprecher sämtlicher Tiere allerliebst und trefflich zu dem Charakter gewählt. Leider weiß Henri Färber als Protagonist nicht zu überzeugen. Seine Leistung ist arg mittelmäßig. Von Titania Medien ist man Besseres gewöhnt. Gegen Ende hin gefällt mir die Darbietung besser.

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