Sonntag, 11. September 2011

Gruselkabinett Nr. 53 – Die Herrenlose

Dr. Dark erzählt als alter Mann von seiner ersten Tätigkeit als Arzt. Da ihm seine Ausbildung sehr mitgenommen hat, möchte er sich auf der See kurieren. Wegen Mangels an den nötigen finanziellen Mitteln, versucht er als Boardarzt anzuheuern, was ihm auch gelingt. Die Route führt durch eine Passage, die berüchtigt ist für plötzlich auftretende heftige Unwetter. Nach einem solchen Sturm sind Passagiere und Schiff stark mitgenommen. Die Sichtung eines herrenlosen Schiffes weckt jedoch schnell die Neugier. Es wird beschlossen, sich an Deck des uralt aussehenden Schiffes einmal umzusehen. Bereits bei der Annäherung gibt es Widrigkeiten und merkwürdige Beobachtungen. Schon bald stellen die Neugierigen fest, dass dieses herrenlose Schiff nicht wirklich verlassen zu sein scheint …

William Hope Hodgsons Geschichte über die Herrenlose ist eine idyllische Geschichte, für eine stürmische Nacht. Als ob es vom Hörspiel beabsichtigt wäre, fing es bei mir an zu Blitzen und Donnern, als die Besichtigung des Schiffes anlag. Eine gute Grundvoraussetzung zum spannungsgeladenen Lauschen des Hörspiels. Der Grusel ist wie bei den meisten Folgen dieser Reihe recht zurückhaltend. Dennoch unterhält das Hörspiel gut.
Schön finde ich die Darstellung des Schiffes, bei dem nicht alles von den verschiedenen Figuren interpretiert wird. Die Beschreibung, wie es sich präsentiert, reicht völlig. Die Auslegung ist recht offensichtlich. Eine Erklärung wäre überflüssig und daher freue ich mich besonders über das Weglassen dieser. Das machen nicht alle Hörspiele so.

Von den Sprechern haben mir Friedrich Georg Beckhaus als alter Dr. Dark und Hans Teuscher als sympathischer Captain am besten gefallen. Sie überzeugen in jeder Sekunde. Antje von der Ahe und Almut Eggert als Reisende mit unterschiedlich starkem Abenteuerdrang sind ebenfalls überzeugend. Johannes Berenz, der den jungen Dr. Dark spricht, hört sich bei seinen Aufnahmen manchmal zu alleinstehend an. Für mich klingt es so, al ob er seinen Part alleine eingesprochen hätte und daher nicht so gut mit den Texten der anderen von der Betonung oder Lautstärke harmoniert. Bei anderen Sprechern fehlt mir manchmal etwas Gefühl in der Stimme, recht ähnlich wie bei Berenz.

Musikalisch fährt das Hörspiel eine Linie. Besonders viel Abwechslung gibt es nicht. Dies verstärkt das Gefühl der Einsamkeit auf dem Wasser. Auf der Seite der Geräusche gibt es nur das übliche Lob: Alles ist gut!

Fazit
Ein sehr solides Hörspiel in der Gruselkabinettreihe.

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