Sonntag, 13. November 2011

Mindnapping (04) Flutnacht




Produktion: Audionarchie 2011
Sprecher: Christian Stark, Udo Schenk, Reent Reins und Marion von Stengel
Genre: Psychothriller
Dauer: ca. 70 Minuten



Inhalt:
Tim Felton nimmt nach dem Unfalltod seiner Freundin den Job als Vogelwächter auf Brooks Island an - eine einsame Insel an der Küste vor Maine. Das beschauliche Forscherleben endet jäh, als Tim Hinweise entdeckt, dass sein Vorgänger unter mysteriösen Umständen verschollen ging und eine geheimnisvolle Schiffbrüchige auf Brooks Island angespült wird. Wenig später weiß Tim nicht mehr, ob er seinen Sinnen trauen kann oder ob er das Schicksal des letzten Vogelwartes teilen wird: Paranoia, Wahnsinn und Tod...

Die Handlung:
Ein gebrochener Mann, der seine große Liebe verloren hat. Genau das lässt einen Menschen zu einem einsamen Pfeiler im Lauf des Lebens werden. Und genau deshalb war der Job auf Brooks Island wie geschaffen für Tim Felton. Simon X. Rost, den man von "Mitschnitt" kennen dürfte, hat es erneut ins Psychothrillergenre verschlagen. So bietet er mit Flutnacht einen ausgefeilten und in keiner Weise übertriebenen Psychothriller, den so schnell keiner ausstechen wird. Er befasst sich mit seinen vier Hauptfiguren und haucht ihnen mit seiner umfassenden und geheimnisumwitterten Charakterisierung unheimliches Leben ein, ohne Schritt für Schritt zu viel zu verraten. Seine Geschichte bietet sehr gute und nicht zu erwartende Wendungen, welche die Spannung noch um ein vielfaches anheben. Ein klein wenig war ich an Roman Polanskis "Ghostwriter" erinnert, was mich aber keineswegs störte.

Sprecher: Christian Stark glüht in seiner Hauptrolle, Tim Felton, vollkommen auf. Er übernimmt die Rolle des "Ich-Erzählers" und versucht nicht nur, die ganze Emotionsgewalt in dieser Geschichte auf den Hörer zu übertragen, er vollführt dies in allen Einzelheiten. Er ruft in Verbindung mit seiner Stimme und der suspensiven Geschichte eine Spannung und Angst hervor, die man wahrhaft spürt. Udo Schenk, der mit einer unausstehlich guten Stimme glänzen kann, spielt hier in dieser Geschichte ebenfalls eine Rolle. Er ist eine der Bezugspersonen zu Tim, die er in Hinblick auf die Insel kennt. Reent Reins vermag dem ehemaligen Leuchtturmwärter, der verschwand, in Tagebucheinträgen Leben einzuhauchen und ebenfalls eine unheimliche Angst zu erzeugen. Marion von Stengel wirkt sehr überzeugend in ihrer Rolle als "Susan", die einfach angeschwemmt wird... Alle vier Sprecher dieses kleinen Hörspielensembles arbeiten sehr gut zusammen und beleben diese Geschichte zu einem düsteren Thrillerhörspiel.

Musik und Geräusche:
Marko Peter Bachmann weiß die suspensive Stimmung der Geschichte perfekt in Klängen umzusetzen. Neben der sehr guten Audiokulisse und der Hörspielbearbeitung setzt er die perfekten Klangakzente, um die Spannung zu erhöhen und die Musik nicht störend wirken zu lassen. Ein klein wenig erinnert der Score sogar an den Soundtrack zu Polanskis "Ghostwriter".

Cover: Das Foto eines schiffbrüchigen Bootes im Sepiastil passt sich gut in das Layout von Daniel Klages-Saxler ein, welches sehr gut mit der Geschichte symbiotisiert. Das Booklet enthält sowohl Infos zum Autor, als auch einen Text zur Zusammenarbeit zwischen Patrick Holtheuer und Simon X. Rost.

Gesamtfazit: In einzelnen kleinen Punkten hat mich das Psychothrillerhörspiel von Simon X. Rost an "The Ghostwriter" von Roman Polanski und Robert Harris erinnert. Dies ist allerdings hier als ordentlicher Vorteil zu sehen, da dies u.a. auch der Qualität geschuldet ist. Die suspensive Spannung und das Gänsehautfeeling halten auch während der Wendungen perfekt an und können bis einschließlich des Schlusses in dieser sehr guten Bearbeitung absolut überzeugen!

15 Punkte / Note 1

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