Sonntag, 18. März 2012

Gruselkabinett Nr. 61 – Der Ring des Thot

Vor genau zehn Folgen gab es bereits eine Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle im Gruselkabinett. Bereits diese hatte das alte Ägypten zum Thema. Folge 61 ist da sehr ähnlich: Smith ist ein Mann, der sehr erfolgreich im Forschen ist, doch immer wieder seinen Schwerpunkt wechselt. Letzten Endes beschäftigt er sich mit der Ägyptologie und besucht im Zuge der Recherchen für ein Buch das Musée du Louvre in Paris. Dort trifft er auf einen merkwürdigen Museumswärter, der ihn seine unglaubliche Lebensgeschichte anvertraut...

„Die Mumie“ (Folge 51) war sehr beklemmend und unheimlich. Die Gefahr war real und nah. Dieses Hörspiel ist gänzlich anders gelagert: Es ist sehr erzählerlastig. Der Protagonist wird genauestens als komischer Vogel beschrieben. Im Anschluss wird auf seine aktuelle Situation übergeleitet – er wird auf einem seltsamen Museumswärter aufmerksam. Erschöpft von den Strapazen des Tages schläft die Hauptfigur in einem Ausstellungsraum ein. Nachts im Museum passiert Seltsames. Genau diese Schilderungen sind die einzig unheimlichen. Davor und danach wird viel erzählt. Das ist keineswegs langweilig, im Gegenteil. Es geht locker daher. Während der Erzähler berichtet passiert immer etwas. Der Hörer lauscht dem Handlungen des Protagonisten. Zusammen mit der musikalischen Untermalung und den hervorragenden Geräuschen eine wunderbare Komposition. Das Zuhören fällt in keiner Sekunde schwer, es bleibt durchweg interessant.
Das Hauptaugenmerk der Geschichte liegt in der Lebensgeschichte des Museumswärters. Was der alles erlebt hat! Er hat sehr viel Wissen über das alte Ägypten und kritisiert sogar die wissenschaftlichen Werke des Hauptakteurs. Umso weniger ist mir verständlich, warum die Zentralfigur nicht nach dem Wissen des Museumswächters giert und versucht etwas mehr zu erfahren, um es in dem Buch, an dem er schreibt, verwenden zu können. Vielleicht kam der Gedanke nicht, da so viele neue Eindrücke verarbeitet werden mussten und die unglaubliche Geschichte verarbeitet. Diese Erzählung hat es in sich. Sie wird in Hörspielform präsentiert und immer wieder kurz unterbrochen, um den Hörer wissen zu lassen, welche Kommentare zwischen Erzähler und Zuhörer gewechselt werden.

Patrick Roche spielt den kuriosen Ägyptologen absolut überzeugend. Exorbitant gut hat mir auch Christian Weygand als Museumswächter gefallen. Sein Französisch klang sehr natürlich und gut. Das hat mich beeindruckt. Weitere wichtige Rollen sprechen Tim Schwarzmaier (Freund des Museumswärters) und Annina Braunmiller (die Frau, um die es sich in dem Hörspiel dreht) sowie Tommi Piper (Erzähler). Sie alle (und auch die nicht an dieser Stelle genannten Sprecher von Nebenrollen) sind außerordentlich gut in ihren Rollen.

Wie bereits erwähnt sind die Musikstücke und Geräusche wunderbar in das Hörspiel eingebunden und lassen es zu einem Erlebnis werden. Toll gemacht!

Fazit
Wieder einmal ein großartiges Hörspiel. Es geht in dieser Folge des Gruselkabinetts weniger um den titelgebenen Grusel, als vielmehr um eine traurige romantische Geschichte gespickt mit einem Hauch von Schauer. Denn im Grunde geht es um den Ring des Todes.

1 Kommentar:

  1. Das klingt nicht schlecht. Mein Lieblingshörspiel aus dieser Reihe war immer Nr. 6, "Das verfluchte Haus". Bis auf das Hörspiel mit den beiden Schwestern und dem Hexenfluch (hab gerade den Titel vergessen) sowie die Jane Austen Vertonung, haben mir die Gruselkabinett-Hörspiele alle ganz gut gefallen

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