Sonntag, 25. November 2012

Gruselkabinett Nr. 66/67 - Der Schatten über Innsmouth

„Der Schatten über Innsmouth” gibt es bereits vielfach als Hörbuch. Eine Lesung mit Lutz Riedel hatte mir ganz gut gefallen. Erstklassig hingegen finde ich die vorliegende Hörspielbearbeitung in zwei Teilen. H. P. Lovecrafts Stil ist recht gemächlich. Genau so ist meiner Meinung nach die Gruselkabinett-Reihe. Es geht vielmehr um die Atmosphären und die Hörer mit besonders viel Fantasie können sich das beschriebene Grauen bildlich vorstellen und fiebern vielleicht deshalb besonders stark mit.

Der erste Teil (Folge 66) bereitet lediglich auf das Folgende vor. Durch Vorwissen im Gruselsektor wird beim Hörer die Neugier geweckt und Spannung erzeugt. Das Ende der ersten CD ist dann etwas unspektakulär: Der Protagonist glaubt die Person, die er befragt, endlich soweit zu haben, dass er in Erfahrung bringen kann, was in Innsmouth vor langer Zeit passiert ist und warum sich im Ort so viele merkwürdig verhalten, keine alten Menschen zu sehen sind und Nachbarstädter besagten Ort meiden. Natürlich möchte der Hörer wissen, wie es weiter geht. Als Einzelfolge funktioniert die 66 nicht, was aber auch nicht anders zu erwarten war.

Nachdem der erste Teil actionreich und packend mit einem Militäreinsatz begann, geht die Erzählung in Teil zwei (Folge 67) weiter bis zu eben diesem Ereignis und darüber hinaus. Denn nachdem der Protagonist großer Gefahr entkommen ist, erwartet ihn und dem Hörer am Ende die große Überraschung. Wie auch in der nächsten Gruselkabinett-Geschichte (Folge 68) obliegt es dem Hörer, ob er diese Wendung positiv findet oder traurig / negativ.

Titania Medien untermalt die verschiedensten Szenen gekonnt mir Musik und Geräuschen. Besonders der actionreiche Anfang hat mich begeistert. Bei der Verfolgung vom Protagonisten durch die Wesen, die merkwürdige Geräusche von sich geben, hätte ich mir eine deutlichere „Veranschaulichung“ durch die Geräuschkulisse gewünscht. Davon abgesehen ist alles geglückt. Dazu gehört auch das Cover, das Ertugrul Edirne geschaffen hat, der die Nachfolge des verstorbenen Firuz Askin übernommen hat. Die Darstellung der Unheimlichen stimmen gut auf das Hörspiel ein und begleiten es hervorragend.
Die Sprecher sind hervorragend aufgelegt. Peter Weis sticht für mich hervor, da ich seine Stimme gerne höre und das meiner Meinung nach bisher immer zu wenig. Louis Friedemann Thiele und die vielen weiteren Sprecher sind natürlich ebenso gut. Hasso Zorns Zitat bei Folge66 fügt sich für meine Ohren nicht so gut in das Hörspiel ein. Woran das liegt, vermag ich gerade nicht zu sagen. Ich finde die Idee gut, doch wäre das Zitat vielleicht besser auf der CD, dem Booklet oder ähnlichem gut aufgehoben gewesen, als vertont.

Fazit
Eine weitere Geschichte von Lovecraft die hervorragend ins Gruselkabinett passt: Für mich zeichnet sich die Reihe durch ihre Atmosphären aus, die den Hörer in die Lage versetzen, sich in die handelnden Personen einzufühlen und durch sie den Schrecken zu erleben. Genau dieses Vorgehen sehe ich stets bei Lovecrofts werden, die durch die (für manche) langatmige Schilderungen so eindringlich werden. Genauso ist es auch hier. Manchen scheint es dadurch wie eine inszenierte Lesung, doch die Sprecher spielen heraussagend ihre Rollen. Ein packendes Hörspiel – besonders Teil zwei (und der Beginn vom ersten).

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