Sonntag, 25. November 2012

Gruselkabinett Nr. 68 - Die Legende von Sleepy Hollow

Marc Gruppe hat mit Washington Irvings „Die Legende von Sleepy Hollow“ ein großartiges Hörspielskript geliefert. Ich kenne die Vorlage nicht, lediglich den Film mit Johnny Depp, der sehr frei nach Irvings Werk ist. Eine „Rübezahl“ Legende wird bei Wikipedia als „Inspirationsquelle“ für Irving genannt. Als Kind habe ich es nie geschafft die Hörspiel LP durchzuhören – zu unheimlich war es für mich. Wenn ich mich in meine damalige Lage versetze, so gehört dieses Hörspiel ebenfalls zu den damals für mich unhörbaren Hörspielen. Es hat eine unheimliche Legende im Petto, ein faszinierendes Coverbild und immer wieder Schreckmomente.

Das Cover ist ebenso beeindruckend wie das Rübezahlgemälde von Moritz von Schwind, das meine Rübezahl-LP zierte. Firuz Askins Darstellung ist nicht minder bemerkenswert: Ein Reiter ohne Kopf mit einem Kürbis in der Hand. Besonders gut gefällt mir auch der Hintergrund – die Bäume sehen sehr real aus und machen es den Betrachter und Hörer einfach, sich in die Szenerie hineinzuversetzen. Damit es im Hörspiel besonders beim Höhepunkt spannend bleibt, sollte die Abbildung des Kopfes am besten vergessen werden, sonst liegt es nahezu auf der Hand, welche unheimliche Gestalt den Protagonisten in der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November verfolgt.

Jens Wawrczeck spricht herausragend den Schulmeister Ichabod Crane, der seine Stelle als Lehrer in Sleepy Hollow gerade antritt und der Protagonist des Hörspiels ist. Sein erster Auftritt wird aus der Sicht von zwei seiner künftigen Schüler sehr lebendig geschildert. Es ist unklar, ob für den neuen Lehrer Sympathie empfunden werden soll. Das kann der Hörer dann im Verlauf des Hörspiels für sich entscheiden.
Im Laufe der Geschichte wird die Legende eines kopflosen Reiters immer weiter ausgebaut, bis es zu der auf dem Cover zu sehenden Szene kommt.

Titania Medien hat eine tolle Sprechercast engagiert. Alle passen hervorragend zu ihren Rollen. Es ist die reinste Freude, dem Hörspiel zu lauschen. Musikalisch wird das gewohnt hohe Niveau gehalten.

Fazit
Ein sehr unterhaltsamen Hörspiel mit einigen Schreckmomenten und einem fröhlichen oder traurigen Ende – je nach Sichtweise.

Eine lustige Tatsache: Im Booklet ersetzten Sonderzeichen einige Buchstaben des Hinweises in eigener Sache. Wohl ein Software-Fehler.

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