Sonntag, 2. Dezember 2012

Gruselkabinett Nr. 69 - Stimme in der Nacht

Das Hörspiel „Stimme in der Nacht” von William Hope Hodgson ist eine weitere Seefahrergeschichte in der Gruselkabinettreihe. Passend dazu wird in der Handlung die bereits vertonte Sage des fliegenden Holländers angesprochen. Denn George und Will unterhalten sich über die bevorstehende Nachtwache auf ihrem Segelschiff und den unheimlichen Nebel – und was alles Schreckliches geschehen könnte. Aus dem Nichts erschallt Lutz Mackensys Stimme, der hervorragend einen Schiffbrüchigen mit einen dunklen Geheimnis, das ihn sichtbar kennzeichnet, spricht. Daher hält er sich im Nebel und im Dunkel der Nacht verborgen. Dies steigert die Neugier des Hörers, wobei der Schiffbrüchige hilfsbedürftig erscheint und daher nicht sonderlich unheimlich ist.
Nachdem die Einleitung des Hörspiels abgeschlossen ist, fängt Lutz Mackensy an, die Hintergründe zu berichten: Wie er mit seiner Frau Schiffbruch erlitt und was im Anschluss alles passiert ist. Das geschieht durchweg interessant und lebendig.

Die Frau des Schiffbrüchigen wird von Reinhilt Schneider hervorragend gesprochen. In anderen Hörspielen der letzten zehn Jahre empfand ich ihre Darbietungen oftmals als anstrengend. Das mag gewünscht gewesen sein, weil sie überwiegend nervige „Frauenzimmer“ darstellen sollte. In diesem Hörspiel spricht sie „normal“, ohne dass ihre Stimme allzu hohe Töne von sich gibt. Endlich wieder ein Hörspiel mit ihr, bei der mir ihre Performance richtig gut gefällt. Das Zusammenspiel mit Lutz Mackensy, der ebenfalls eine hervorragende Leistung erbrachte, ist äußerst gelungen.
Zuletzt seinen noch Benjamin Kiesewetter (der in der Sprecherliste des Booklets fälschlicherweise „Kieswetter“ geschrieben wird) und Peter Reinhardt genannt, die beide eine wunderbare Stimme haben und sie gekonnt einsetzen.
Die Stimmen passen hervorragend zu den Figuren, die der jeweilige Sprecher verkörpert. Titania Medien beweist einmal mehr ihr glückliches Händchen für das Besetzen der Rollen. Darüber hinaus finde ich es schön, dass im Hörspielbereich auch unbekanntere, aber gleichwohl exzellente (sprachliche) Schauspieler eingesetzt werden.

Musikalisch finde ich besonders die erste Hörspielhälfte stark. Ich war regelrecht beeindruckt, wie wunderbar der richtige Musikeinsatz Stimmungen und Spannung erzeugen. Bei den Geräuschen wird das typisch hohe Titania Medien Niveau geboten: Super!

Fazit
Eine gelungene Seemannsgarnvertonung, die nicht besonders spannend ist, dafür hervorragend inszeniert ist, sodass sich zu keiner Zeit Langeweile breit macht. Ein schönes atmosphärisches Hörspiel, wie man es von Titania Medien kennt und erwartet.

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