Sonntag, 16. Juni 2013

Gruselkabinett Nr. 77 - Das Feuer von Asshurbanipal

„Das Feuer von Asshurbanipal“ ist die fünfte Geschichte von Robert E. Howard im Gruselkabinett. Atmosphärisch passt sie ganz gut zu „Der Grabhügel“ (Folge 60), denn in beiden Erzählungen sind es zwei Protagonisten, von denen der eine die ängstliche Rolle einnimmt, die alle möglichen unheimlichen Geräusche wahrnimmt, und der andere das Gold am Ende des Regenbogens sieht und unbeirrt voranschreitet. Und ob das Gesuchte nun in einem Grabhügel vermutet wird oder im Tempel einer alten Geisterstadt.

Die Atmosphäre des Hörspiels gefällt mir überaus gut. Sie erinnert mich an das Lego Hörspiel „Die Jagd nach dem Pharaonenschatz“. Beide Hörspiele bilden ein typisches Abenteuer in der Wüste, mit verwegenen Abenteurern, die ganz in Indianer Jones oder Karl May Manier keine Angst kennen.

Wolfgang Pampel spricht den amerikanischen Schatzjäger, wie man ihn sich vorstellt und aus unzähligen Filmen oder auch Karl May Hörspielen kennt. Seiner angenehmen kräftigen Stimme fällt es leicht zu folgen. An einigen Stellen frage ich mich jedoch, wie sich eine Stimme anhört, bzw. wie ein Mensch wohl spricht (ich tippe darauf, das Sprechen vermieden wird, was für ein Hörspiel denkbar schlecht ist), wenn akuter Wassermangel herrscht, wie in diesem Hörspiel. Am Ende der anstrengenden Reise, legt Pampel seine Figur Steve Clarney viel Enthusiasmus in der Stimme, was situationsbedingt passt, aber den Hintergrund des Wassermangels (für mich) nicht glaubwürdiger erscheinen lässt, da nur noch Enthusiasmus zu hören ist, eine neue Energie. Von den vorherigen Strapazen fehlt jede Spur. Man könnte meinen, die paar Stunden Schlaf und die Aussicht auf einen wertvollen Rubin lassen all das – insbesondere den Flüssigkeitsmangel – vergessen. Das ist jedoch ein Detail, über den ich mir Gedanken gemacht habe, der Geschichte bzw. dem Hörspiel jedoch nicht abträglich ist.
Fast noch besser als Pampel hat mir Tayfun Bademsoy gefallen. Er spricht überzeugend Yar Ali, der schon so manches Abenteuer mit Steve Clarney überlebt hat. Genau wie Wolfgang Pampel erfüllt er vollends die Erwartungen des Hörers an seine Rolle.
Die übrigen Sprecher – Friedrich Georg Beckhaus, David Nathan und Kaspar Eichel – passen ebenfalls sehr gut zu ihren Rollen und überzeugen auf ganzer Linie.

Wie gewohnt passt die Auswahl der Musikstücke wunderbar zu der jeweiligen Szene. Auch die Geräusche sind wunderbar ausgewählt, wobei mich der riesige Jubel der über 100 Räuber am Ende etwas überrascht hat. So abrupt, so eine große Menge. Das klingt als ob die Meute relativ weit weg ist. Mehr wie der Widerhall einer Armee, der gerade eine Motivationsrede gehalten wurde, um sie auf den bevorstehenden Kampf vorzubereiten. Ich hätte erwartet, dass der Zuspruch der Menschen näher klingt. Das ist ein weiteres kleines Detail.

Fazit
Ein Wüstenabenteuer, wie man es kennt und liebt: ein bisschen Action, trockene, kräftige Stimmen und ein sagenumwobener Schatz, auf dem am auch noch ein Fluch hängt. Und tatsächlich: Diese Folge hat ein gruseliges Finale, bei so manches dem unheimlichen Buch Necronomicon entsprungen zu sein scheint. Ein großartiges Hörspiel, wie es im Gruselkabinett bisher fehlte: ein Abenteuer in Indiana Jones Manier.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nach einer Prüfung wird dein Kommentar sofort freigeschaltet!