Dienstag, 27. August 2013

Walpurgisnacht (Folge 8) – Sherlock Holmes – Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs

Das Hörspiel „Walpurgisnacht“ aus der Serie „Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs“ beinhaltet einen Fall, bei dem sicherlich der berühmte Schauspieler Henry Irving ungern eine Veröffentlichung gesehen hätte. Obwohl es unter Sir Arthur Conan Doyle bereits Sherlock Holmes Fälle gab, bei denen bekannteste Personen um Verschwiegenheit baten, schreibt Marc Gruppe nun Geschichten, die keine höhere Verschwiegenheit bedürfen, die es dafür aber bisher nicht im Holmes-Universum gab.
Sehr gelungen und interessant finde ich die Erzählweise. Es wird immer zwischen der Theateraufführung „Faust“ von Johann Wolfgang von Goethe und dem eigentlichen Fall gewechselt. Das Hörspiel hält sich nicht mit einem banalen Einstieg auf, bei dem Holmes und Watson gemütlich in der Baker Street sitzen, sich langweilen und auf einen neuen Klienten warten. Es geht gleich in medias res: Der Hörer wird Zeuge ungewöhnlicher Umstände bei der Theateraufführung von Henry Irving. Erst später wird Holmes mit Ermittlungen in der Sache beauftragt. Zuvor gibt es einige lustige Szenen mit Dr. Watson, die sich mit der Kritik an Holmes Persönlichkeit – des unmenschlichen Charakters, der nur in der Lösung von Problemen seinen Zweck sieht – befassen sowie um die aktuellen Haushaltsprobleme drehen.

Der eigentliche Fall ist relativ einfach. Das Hörspiel zeichnet die gute Erzählweise aus, die keine Langeweile aufkommen lässt. Es gibt immer wieder interessante Szenen und die Präsentation von „Faust“ ist hervorragend gelungen. Es ist sehr lebendig und keineswegs ermüdend.

Der Erzählweise verdankt das Hörspiel nicht allein, dass es so gut zu hören ist. Die Sprecher sind ebenso wichtig. Das bewährte Sprecherteam von Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt und Regina Lemnitz ist gewohnt erstklassig. Aber auch Henry Irings Sprecher Friedrich Beckhaus oder Hörspiellegende Dagmar von Kurmin, die Mary Anne Stirling spricht, sowie alle anderen beteiligten Sprecher sind großartig. Schön finde ich das Wiederhören mit David Nathan, der für mein Sprachempfinden zur Abwechslung nicht in die Sprachmuster fällt, mit denen er berühmte Schauspieler synchronisiert.

Wie gewohnt ist die Geräuschkulisse sehr gut und auch die Musikstücke sind passend ausgewählt worden.

Fazit
Ein gelungenes Hörspiel, dessen Erzählweise mir besonders gefällt: Mit der Verbindung der Theateraufführung von Goethes Faust. Klasse!

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