Freitag, 14. März 2014

Gruselkabinett Nr. 84/85 - Die Katze und der Kanarienvogel

Die Katze und der Kanarienvogel von John Willard.
Mit dieser Umsetzung ist Titania Medien ein weiterer großer Wurf gelungen!


Ein ungewöhnliches Testament führt die einzigen noch lebenden Verwandten und erbberechtigten in das ableglegene Haus des Verstorbenen. 20 Jahre nach dem Tod erst darf das Vermögen vererbt werden und abhängig von diversen Gegebenheiten wird das Erbe an bestimmte Personen übertragen, die weitere Auflagen erfüllen müssen. Zum Beispiel gilt es, im Todeszimmer eine Nacht zu verbringen und am nächsten Tag weiterhin bei klarem Verstand zu sein.
Von den sechs Erben sind die drei männlichen alle in Annabelle West verliebt und umwerben sie. Als später klar wird, wer was erbt, intensivieren sich die Bemühungen um Annabelle. Die drei Anwärter, die sich um die Gunst der jungen Künstlerin bemühen, sind sehr unterschiedlich. Mit Paul Jones ist es besonders lustig, da er sich häufig ungeschickt ausdrückt. Aber jedes Mal auf eine liebenswerte Art und Weise. Harry Blythe und Charlie Wilder, die offen ihre Rivalität austragen, bilden das Gegenstück zum eher ängstlichen Paul. Weitere Erben sind Cicily Young und Susan Sillsby, deren Persönlichkeiten ebenfalls zur Erheiterung beitragen.
Nachdem die Testamentsvollstreckung erfolgt ist, beginnen merkwürdige Dinge: Es wird vor einem entlaufenden Irren gewarnt, der sich für eine Katze hält (in dem Zusammenhang wird der Titel des Hörspiels beleuchtet). Der Testamentsvollstrecker Roger Cosby wird selbst nervös und versucht, vor einem Unheil zu warnen. Die Haushälterin Mammy Pleasant, die in den letzten 20 Jahren das Haus alleine umsorgt hat, schwört darauf, dass ein böser Geist anwesend wäre, wohingegen vor dem Tag der Testamentsvollstreckung nur gute Geister im Haus gewesen seien. Was geht in dem alten Gemäuer vor?

Titania Medien hat eine herausragende Sprecherriege. In diesem Hörspiel wird der Testamentsvorllstrecker Crosby genial von Eckart Dux gesprochen. Dagmar von Kurmin weiß als Haushälterin Mammy Pleasant zu begeistern. Sascha Wussow, Patrick Bach und Claus Thull-Emden spielen die drei männlichen Erben absolut genial. Egal ob aggressiv, ängstlich oder in einer ungewöhnlichen Situation schlichtweg seltsam. Jede Emotion wird perfekt vermittelt. Ihr Zusammenspiel mit den weiblichen Erben, gesprochen von Nana Spier, Julia Stoepel und Joseline Gassen ist hervorragend. Jürgen Thormann ist als Dr. Patterson zu hören. Eine geniale Leistung, die mich an seinen Auftitt in TKKG #15 erinnert. Axel Lutter spricht den Angestelten einer Irrenanstalt, der einen Entflohenen sucht. Die Sprechercast ist super aufgelegt und es ist ein Genuss ihr zu lauschen. Jede Stimme passt perfekt zu der jeweiligen Rolle.

Auf der musikalischen Seite passt wie gewohnt alles. Ebenfalls die Geräusche sind wunderbar. Jedes unterstützt die wunderschöne Atmosphäre.

Fazit
Ein wahrhaft großartiges Hörspiel. Es hat mich famous unterhalten. Wie gewohnt gibt es einen sanften Grusel. Was dieses Hörspiel so besonders macht, ist das Zusammenspiel der verschiedenen Figuren, das oft im höchsten Maße zum Lachen einlädt. Das Hörspiel gleitet dabei keineswegs in eine Persiflage oder dergleichen ab. Nein, es bleibt ernst und die Auflösung für den Spuk dürfte jeden überraschen, der die Handlung nicht bereits kennt. Eine großartige Produktion!

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