Donnerstag, 22. Mai 2014

Gruselkabinett Nr. 89 - Heimgekehrt

Ein weiteres Hörspiel mit einem Ermittlerduo und das zweite mit Alwyne und Colin Hargreaves. Im Fall „Heimgesucht“ waren sie verlobt, nun („Heimgekehrt“) sind sie verheiratet. Ebenso wie ihre Beziehung erwachsener geworden ist, ergeht es der vorliegenden Handlung: Sie ist deutlich gruseliger.

Per McGraup hat Allen Upwards Charaktere aufgegriffen und weiterentwickelt. So war Alwyne Colins Sekretärin. In diesem Hörspiel erfragt Colin sichtlich irritiert, ob sie ihre Rollen getauscht hätten. Wie so oft bei Titania Medien Produktionen gibt es viele amüsante Dialoge zwischen Mann und Frau, die das klassische Rollenverständnis des 19. Jahrhunderts betreffen.

Mit Reinhilt Schneider und Christoph Jablonka als Julia und Sean Carmichael beginnt das Hörspiel: Sie betreiben ihr eigenes Hotel, in dem es jedoch zu spuken scheint. Schneider und Jablonka sind ein tolles Duo. Sie verkörpern hervorragend die ängstliche Frau und den rationalen Mann. Ursula Sieg begeistert mich als Tante Marilyn, die Alwyne anruft und den Auftrag gibt, bei den Carmichaels nach dem Rechten zu sehen. Sie spricht die durchaus freundliche, aber auch etwas nervige Tante ganz wunderbar.
Stephanie Kellner und Benedikt Weber spielen erneut das Ermittlerduo Alwyne und Colin und knüpfen an ihre Leistungen aus Folge 83 an.
Als Bösewicht und Opfer haben mich Manfred Lehmann und Maximiliane Häcke überzeugt. Lehmann lässt seine Stimme wunderbar hart und erbarmungslos klingen, wohingegen Häcke angemessen eingeschüchtert und verletzlich auftritt.
Monika John, Sylvia Dakis und Traudel Haas wissen ebenfalls in ihren Rollen zu überzeugen. Besonders aufgefallen ist mir die gute Differenzierbarkeit der Stimmen.

Die Soundkulisse ist einmal mehr überaus stimmig geworden. Begeistert hat mich dieses Mal besonders der Einsatz der Musik. Die härteren Klänge und die Akzentuierung der jeweiligen Situation tragen maßgeblich zur gruseligen Atmosphäre bei.

Fazit
Ein unheimliches Hörspiel, bei dem mir lediglich die Vertreibung der Geister zu einfach gestrickt ist, wenngleich für eine angemessene Dramatik im Finale gesorgt wird. Eine empfehlenswerte Gruselkabinettfolge, bei denen mit der Furcht des Hörers gespielt wird, ein Geist könnte seine Androhungen in die Tat umsetzen.

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