Montag, 6. Oktober 2014

Eine Frage der Identität (Folge 14) – Sherlock Holmes

Um es vorweg zu nehmen: Dieses Hörspiel behandelt einen seichten Fall des Meisterdetektivs. Kurz nachdem die Klientin Sherlock Holmes Wohnung betritt, ist dem Detektiv klar, dass es ihm äußerst leicht fallen wird, den Fall zu lösen. Es handelt sich um eine besondere Art des Betrugs, bei dem die Braut vor dem Altar stehen gelassen wird, aber trotzdem aus Liebe auf ihren Zukünftigen warten will. Sie möchte ihren künftigen Gatten finden, wohingegen Holmes sofort das Motiv interessiert, um darauf aufbauend den Täter aufzuspüren. Dies gelingt schnell, da das Motiv wie so oft Geld ist. Realistischerweise fehlt es Holmes an stichhaltigen Beweisen, um den Übeltäter bloßzustellen. Trotzdem kann er den Fall zufriedenstellend abschließen – für alle Beteiligten. Die Inszenierung der mittelmäßigen Geschichte (da greife ich demnächst wieder zu den guten „geheimen Fällen“) ist ausgesprochen gut. Bei der Handlung wird das wohl damals typische Bild der naiven aber treuen Frau wiedergegeben. Schade, dass sie wohl nicht nur sehr schlecht sieht, sondern auch hört, sodass sie nicht selbst das Rätsel lösen kann.

Joachim Tennstedt, Detlef Bierstedt und Regina Lemnitz (Holmes, Watson und Mrs. Hudson) sind ein eingespieltes Team und hervorragend in ihren Rollen. Solveig Duda spricht die unbedarfte Klientin vorzüglich und besonders das Ende hat mir mit ihr gefallen. Johannes Steck spricht zwei Rollen und beim ersten Hören ist mir dies gar nicht aufgefallen. Er überzeugt ebenfalls und besonders seine Konfrontation mit Sherlock Holmes weiß mich zu begeistern. Eine tolle Besetzung! Das gilt auch für die beiden übrigen Sprechern: Kathrin Ackermann und Manfred Lehmann.

Die Musik- und Geräuschkulisse bietet das gewohnt hohe Titania Medien Niveau. Sehr schön!

Fazit
Ein schönes Hörspiel. Nicht sonderlich spektakulär, aber dafür ist die Auflösung besonders schön gelungen. Sherlock Holmes erscheint als sehr normaler Mensch, der es schafft, das Naheliegende zu sehen, wo andere (zu) kompliziert denken.

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