Samstag, 15. November 2014

Gruselkabinett Nr. 90 – Die Farbe aus dem All

Für einen geplanten Stausee sollen Rose Kenny und Jeff Burger Land vermessen und erfassen, ob etwas gegen den geplanten Stausee spricht. Bereits im Vorfeld hat Burger in Erfahrung gebracht, dass im Tal ein großer Bereich „die verfluchte Heide“ genannt wird. Dort angekommen ahnen die beiden auch warum. Einst siedelten dort viele Menschen, doch als die beiden dort zum Vermessen sind, wohnt an diesem Ort schon lange niemand mehr. Der einzige Mensch der mit dem beiden Sprechen will wohnt außerhalb des Gebietes, dass geflutet werden soll. Er ist bereits sehr alt und erzählt von grausigen Geschehnissen in der verfluchten Heide …

Das Hörspiel erzählt Lovecrafts Geschichte hervorragend. Gegen Ende wird die Besichtigung einer menschenleeren Farm lediglich erzählt – wenn auch sehr lebendig und packend. Stattdessen hätte es Hörspielsequenzen geben können. Ob diese Erzählweise gewählt wurde, um zwei Rollen weniger zu besetzten oder aus Zeitgründen (das Hörspiel ist bereits über 70 Minuten lang), vermag ich nicht zu beurteilen.

Die Geschichte beantwortet wie für Lovecraft üblich kaum alle Fragen, die sich der Hörer stellen mag. Im Bereich des Übernatürlichen gibt es einfach sehr viele. Da bleibt nur übrig sich selbst Erklärungen zurechtzulegen oder das Nachdenken einzustellen. Von der menschlichen Perspektive bleibt für mich folgende offen gelassene Situation spannend: Die verfluchte Heide ist verlassen, weil die Menschen dort Albträume haben. Nach der Geschichte des alten Mannes, passierte Schreckliches jedoch nur in einem sehr begrenzten Gebiet. Trotzdem wurde ein größerer Bereich verlassen. Ob die Geschehnisse und Erzählungen der Zeugen für die Flucht verantwortlich sind, nachdem der Schrecken bereits beendet zu sein scheint und wann die Albträume einsetzten, sowie ob außerhalb des Bereich der verfluchten Farm, bleibt offen.

Die Protagonisten Rose Kenny und Jeff Burger interpretieren Melanie Pukaß und Johannes Berenz hervorragend. Mit Johannes Berenz ist eine für mich noch unverbrauchte Stimme in einer Hauptrolle zu hören. Mir gefällt und die Vielfalt der Sprecher bei Titania Medien und der Einsatz von vielen, die (noch) nicht in 40 Hörspiele sprachen.

Jochen Schröder spielt den alten Farmer, der noch in der Gegend lebt und den beiden Landvermessern packend schildert, was einer Farmerfamilie widerfahren ist. Seine Stimme passt ausgezeichnet zur Rolle und er ist ein überaus packender Erzähler. Die Sprecher der Farmerfamilie leisten großartige Arbeit. Verzweiflung, Wahnsinn, Furcht, Hartnäckigkeit, … – alles wird nachvollziehbar und beängstigend gespielt.

Der Musikeinsatz in dieser Folge ist erneut großartig. Die jeweiligen Stimmungen werden fantastisch unterstützt. Die tolle Geräuschauswahl trägt das übrige dazu bei.

Fazit
Eine sehr atmosphärische Lovecraft Vertonung mit einer packend erzählten Geschichte und dem gewohnt hintergründigen Grusel.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Nach einer Prüfung wird dein Kommentar sofort freigeschaltet!