Sonntag, 1. Februar 2015

Der blaue Karfunkel (Folge 16) – Sherlock Holmes

Bei vielen großen Serien ist es üblich, eine Weihnachtsfolge zu haben. Sherlock Holmes bildet bei Titania Medien keine Ausnahme. Die Vorlage spielt bereits zur Weihnachtszeit. Der Klient von Holmes und Watson hat eine Gans gefunden, doch zu seiner Überraschung befindet sich in dieser ein wertvoller Stein: Der blaue Karfunkel. Holmes deduziert im Laufe dieses Hörspiel eine Menge, um den Weg des wertvollen Gutes zu ermitteln, auf den die rechtmäßige Eigentümerin bereits eine Belohnung ausgesetzt hat.

Gleich zu Beginn des Hörspiels ist Watson von Holmes Deduktionskünsten begeistert. Mich haben diese teilweise sehr amüsiert, denn einige Schlussfolgerungen basieren auf wenig soliden Indizien, sodass die jeweilige These doch etwas gewagt anmutet. Das ist der überholten Weltanschauung von Arthur Conan Doyle zu verdanken. Ich konnte mir daher teilweise ein Grinsen, ja sogar ein Lachen, schwerlich verkneifen.

Die weihnachtliche Note des Hörspiels wird sehr behutsam etabliert, ohne zu stören. Selbst wenn das Hörspiel nach Weihnachten gehört wird, bleibt es stets angenehm – auch für Weihnachtsmuffel. Erst ganz am Ende wird die Weihnachtsstimmung groß in Szene gesetzt, sodass dieses Holmeshörspiel mit Klassikern Titania Mediens „Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge!“ mithalten kann. Mir gefällt besonders das Einspielen von weihnachtlichen Klängen während des gesamten Hörspiels, aber eben bis auf das Ende sehr bedacht und unauffällig. Dadurch wird der Hörer auf das Finale vorbereitet, sodass die Emotionen genug Zeit hatten, sich zu entwickeln. Aus diesem Grund wirkt das Ende nicht zu kitschig oder erzwungen weihnachtlich.

Das gewohnte Sprechertrio Tenn-, Bierstedt und Lemnitz (Holmes, Watson und die Haushälterin Hudson) erwecken ihre wichtigen Figuren zum Leben. Eine schöne Leistung, die von acht weiteren Sprechern ergänzt wird, darunter Marc Gruppe höchstpersönlich, der unter anderem das Hörspielbuch schrieb. Besonderen Spaß hatte ich mit Tom Deiningers Interpretation des Gänsehändlers. Die Dialoge und deren überzeugende Vertonung laden zum Schmunzeln ein.

Fazit
Ein großartiges Weihnachtshörspiel, das ebenfalls außerhalb der Weihnachtszeit bedenkenlos gehört werden darf. Hörtipp!

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