Sonntag, 8. März 2015

Gruselkabinett Nr. 93 – Das Haus der sieben Giebel

Auf Mr. Holgrave, einem jungen Mann, übt das als „Haus mit den sieben Giebeln“ bekannte Gemäuer eine Faszination aus und so bittet er die allein dort lebende Hepzibah Pyncheon, ihn als Untermieter aufzunehmen. Obwohl das Haus von der hiesigen Bevölkerung gemieden wird und es der Familie Pyncheon, deren Stammsitz es darstellt, selbst nicht geheuer ist, sehen sie es seit Generationen als Pflicht an, dort zu leben. Im Laufe des Hörspiels betreten weitere Figuren, neben Mr. Holgrave, der zu seiner Freude dort leben darf, das Haus und verweilen dort, sodass sich nach und nach die tragische Geschichte des Hauses und dessen Bewohner dem Hörer offenbart. Passend dazu gibt es stets gut akzentuierte Musikstücke, die es perfekt verstehen an den richtigen Stellen die Spannung zu steigern, einen kleinen Schrecken einzujagen oder als Lichtblick eben auch eine positive Stimmung zu verbreiten. Der Spuk des Hauses wird wunderbar von den verschiedenen Geräuschen (und auch von Musik, denn zum Spuk gehört das Spielen eines Instruments) akustisch umgesetzt.

An der Geschichte schätze ich die Abwechslung durch die schillernden Figuren, die ausdrucksstark von ihren Sprechern präsentiert werden. Alle wirken sehr real, mit großen Hintergrundgeschichten, eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Die Personen in der Gegenwart des Hörspiels befinden sich alle aus persönlichen Gründen in dem unheimlichen Haus. Dabei verraten die verschiedenen Bewohner Hintergründe in den verschiedenen Situationen, sodass es wechselnde Erzähler gibt. Diese Vorgehensweise mag ich sehr und sie ist bei Titania Medien glücklicherweise häufig anzutreffen. Übrigens handelt es sich nicht um bloße Erzählungen bei den Rückblenden. Die Ereignisse der Vergangenheit werden in Hörspielform erzählt und nicht bloß vom Erzähler wiedergegeben.

Die vielen charakterlich sehr unterschiedlichen Rollen hat Titania Medien mit großartigen Sprechern besetzt. Dagmar von Kurmin hat erneut eine sehr gut zu ihr passende Rolle bei Titania Medien bekommen und füllt sie wunderbar aus. Ihre vielen Sprecherkollegen stehen ihr mit ebenso viel Spielfreude zur Seite und lassen das das Hörspiel zu einem Genuss werden.

Das wunderschöne Cover von Firuz Askin passt perfekt zur Hörspielhandlung. Das Haus der sieben Giebel wirkt nicht besonders bedrohlich, aber wer von dem Spuk weiß oder ihn erlebt, auf den mag es ganz schnell anders wirken. Eine tolle Arbeit.

Fazit
Dieses Hörspiel ist mit etwa 79 Minuten ein wenig länger. Es weiß exzellent zu unterhalten. Die Zeit verfliegt geradezu und es bleibt stets spannend. Welche Hintergründe es noch zu entdecken gibt, ob der Fluch des Hauses gelöst werden kann oder die Familie an ihm zerbricht – viele Fragen stellen sich während des Hörens, die letztlich beantwortet werden. Außerdem zeichnen großartige Sprecher, eine exzellente Produktion und herausragende Atmosphäre das Hörspiel aus. Ein kleines Meisterwerk.

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