Sonntag, 1. März 2015

Gruselkabinett Nr. 95 – Die Falle

Ben Canevin wechselt zu einer Schule am Südpol. Sein erster Tag ist dabei alles andere als angenehm: Zunächst fällt die Heizungsanlage aus und als nächstes verhält sich ein Schüler überaus merkwürdig: Robert Grandison wird wegen der Kälte in Mr Canevins Privatzimmer zusammen mit zwei weiteren Schülern unterrichtet, da in diesem Raum ein Kamin Wärme spenden kann. Auf den dort hängenden Spiegel, den Mr Canevin in einem verlassenen Haus seltsam arrangiert entdeckte, reagiert Robert überaus merkwürdig. Mr Canevin gibt der Spiegel ebenfalls Rätsel auf. Was sehen die beidem in ihm?

Die Vorlage des Hörspiels könnte eine kurze Erzählung sein, denn das Hörspiel legt ein bedächtiges Tempo vor. Es wirkt zu keinem Zeitpunkt gehetzt. Große Überraschungen oder Horror gab es für mich nicht. Es handelt sich um ein atmosphärisches Hörspiel, das von den großartigen Sprechern, Geräuschen und der Musikauswahl lebt. Überraschend finde ich, dass mehrere mögliche Zeitpunkte die Geschichte abzuschließen – zum Guten oder Bösen – nicht genutzt werden. Es geht immer noch weiter und von den letzten Worten abgesehen, liegt eine in sich abgeschlossene Geschichte vor. Das gefällt mir, da der Fortgang dadurch kleine Abweichungen von der Norm darstellt und das Gesamtbild ergänzt.

Frank Schaff lässt den Protagonisten, den Lehrer Mr Canevin, als Respektsperson auftreten, die sehr sympathisch und nah an der Jugend erscheint. Der perfekte Lehrer! Selbst in brenzligen Situationen behält er überwiegend die Ruhe und agiert überlegt. Seine Stimme finde ich sehr angenehm. Den Schulleiter spricht Sascha Wussow und damit eine völlig andere Rolle als noch als Harry Blythe in der Doppelfolge 84/85 des Gruselkabinetts. Andreas Mannkopff Stimme lässt die perfekte Vorstellung eines etwas älteren Hausmeisters in einer abgelegenen Schule vor dem inneren Auge erscheinen. Lebenslustig und normal klingen die Klassenkameraden von Robert, gesprochen von Jannik Endemann und Timmo Niesner. Herr Niesners Stimme erscheint immer noch sehr jugendhaft, ob er nun einen Hobbit oder einen Schüler spricht: es passt! Die weiteren Sprecher überzeugen ebenfalls, besonders Lutz Riedel als unheimlicher Axel Holm. Seine Darbietung hat mich an seine Performance aus einer Dracula Vertonung erinnert, in der er dem gleichnamigen Vampir seine Stimme lieh: Die Härte in seiner Stimme gibt seinen Worten eine immense Ausdruckskraft.

Fazit
Dieses ruhige atmosphärische Hörspiel reiht sich wunderbar in die Gruselkabinett-Reihe ein. Fans bekommen, was sie wünschen: eine perfekt inszenierte, nicht zu unheimliche Erzählung, der mit schreckhafteren Menschen gemütlich zu später Stund‘ gelauscht werden kann.

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