Freitag, 18. September 2015

Gruselkabinett Nr. 100 – Träume im Hexenhaus

In der Jubiläumsfolge 100 vertont Titania Medien eine Erzählung von H.P. Lovecraft und legt zusätzlich eine DVD mit einer Dokumentation über ihr Label bei.

Das Hörspiel beginnt packend mit einer Folterszene, bei der eine Hexe nach und nach Informationen entlockt werden. Kurz darauf ist die Hexe verschwunden. 235 Jahre später recherchiert ein Student über die damaligen Ereignisse. Er vermutet, dass die damals angeklagte Keziah Manson über ein Wissen verfügte, das der aktuellen Forschung in der Physik über eine vierte Dimension nützlich wäre. Trotz vielseitiger Warnungen quartiert er sich in das Zimmer der Hexe ein, in der Hoffnung, Aufzeichnungen von ihr zu finden, und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Die Geschichte „Träume im Hexenhaus“ gefällt mir. Der Titel und das Cover des Hörspiels passen hervorragend. Interessant finde ich die Verknüpfung mit weiteren Werken Lovecrafts, da die Stadt Innsmouth und das Necronomicon erwähnt werden. Ich schätze die schöne Introszene, die vergangene Ereignisse vorwegnimmt. Das ist hier für mich genauso packend inszeniert wie bei einigen Point Whitmark-Folgen. Erst nach diesem Prolog beginnt die eigentliche Handlung, die sich stets in ihrem Grauen ausweitet: es beginnt mit Warnungen, seltsamen Erlebnissen, dann folgen Alpträume, schließlich beunruhigendes Schlafwandeln… Das steigert sich immer weiter bis zum schrecklichen Finale: Walpurgisnacht!
Die Handlung ist sehr auf den Grusel fokussiert und von weiteren Recherchen des inzwischen in der Hexenkammer lebenden Studenten erfährt der Hörer nichts. Und da er auf Warnungen und Bitten nicht hört, beispielsweise trotz Zusagen das ihm angedachte Kreuz nicht umhängt, darf der Hörer Böses ahnen und hoffen, dass vielleicht doch noch alles ein gutes Ende nimmt.

Der CD liegt eine DVD bei. Sie enthält die gelungene Dokumentation „Titania Medien – Ein atmosphärisches Portrait“ von lichtzeitwerke. In ihr kommen neben den Machern ebenfalls einige Sprecher zu Wort und der Zuschauer erfährt so manch Interessantes über Titania Medien. Eine schöne Dreingabe!

Bei diesem Hörspiel läuft musikalisch, geräuschemäßig und sprecherseitig alles hervorragend. Titania Medien beweist erneut ein glückliches Händchen bei der Auswahl. Hasso Zorn ist einmal mehr der Erzähler in einem Gruselkabinett. Sehr schön! Den Prolog meistern Horst Naumann und Johannes Raspe absolut überzeugend und damit spannend für den Zuhörer. Zur Abwechslung ist Dagmar von Kurmin als böse Hexe zu hören und Marc Gruppe als menschliche Ratte. Wenn ich Roland Hemmo höre, assoziiere ich keinen bösen Charakter, dafür eine mächtige Figur. Dies macht seine Rolle besonders interessant. In weiteren Rollen überzeugen Hannes Maurer, Hans-Georg Panczak, Hans Bayer, Wilfried Herbst sowie Louis Friedemann Thiele.

Fazit
Ein gelungenes Jubiläum mit einem packendem Hörspiel von und einer tollen Dokumentation über Titania Medien. Großartig!

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