Montag, 21. September 2015

Gruselkabinett Nr. 103 – Das ägyptische Parfüm

Das Hörspiel „Das ägyptische Parfüm“ nach einer Erzählung von Charles Webster Leadbeater lebt von den herausragenden Sprechern, der stimmungsvollen Musik und den atmosphärischen Geräuschen. Ich habe mich durchgehend wunderbar unterhalten gefühlt.

Zu Beginn schildert der Protagonist von seinen Erlebnissen in Ägypten. Dort ist er auf ein legendäres ägyptisches Parfüm gestoßen, dessen Besitzer ihm jedoch weder etwas abgeben noch verkaufen möchte. Zu selten und gefährlich soll es sein. Eines Abends riecht er in seiner Kammer in London erneut das Parfüm und hat ein sehr sonderbares Erlebnis. Kurz darauf lädt ihn ein alter Schulfreund zu sich nach Hause ein. Auch dort riecht er das Parfüm und sein ebenso Freund…

Die Geschichte lebt von der atmosphärischen Umsetzung und den sympathischen / passenden Stimmen der Sprecher. Es hat mich an mein erstes (Kinder-)Hörspiel mit Ägypten-Setting erinnert, das für mich bis heute ein Meisterwerk darstellt.
Leadbeater hat eine Geschichte verfasst, bei der das Übersinnliche eine zentrale Rolle spielt, jedoch kaum erklärt wird. Die Beweggründe des Geists empfinde ich als unzufriedenstellend beantwortet. Sie Erscheinung scheint unter Zeitdruck zu stehen, für die eigenen sterblichen Reste ein christliches Begräbnis zu finden. Mangelnde Erklärungen oder unnötige Verschlüsselungen geben der Geschichte einen konstruierten Touch.
Im Verlauf des Hörspiels wird das Ende vorhersehbar. Das ist keine Tragödie, allerdings schade. Das eine oder andere überraschende Ereignis wäre eine Bereicherung gewesen. Insgesamt kann ich mich damit nur wiederholen. Es ist eine fantastisch umgesetzte Geschichte, die mehr von der Umsetzung als der eigentlichen Handlung lebt.

Mit Jonas Baeck und Matthias Lühn sprechen zwei im Hörspielbereich relativ unbekannte Stimmen die wichtigsten Figuren des Hörspiels. Sie überzeugen vollends und es bereitet Freude ihnen zu lauschen. Weiterhin sind die folgenden großartigen Stimmen zu hören: Eckart Dux, Marius Clarén, Jochen Schröder und Sven Dahlem.

Wie schon bei den Sprechern beweist Titania Medien ein gewohnt glückliches Händchen bei der Auswahl der passenden musikalischen Untermalung und dem Einsatz von Geräuschen. Das stimmungsvolle Cover zeigt keine vertonte Szene des Hörspiels, demonstriert jedoch Eindrucksvoll, was in der Vergangenheit geschehen ist und Auswirkungen auf die Gegenwart hat.

Fazit
Ein Hörspiel, so stimmungsvoll wie das Cover. Es transportiert sehr gut die ägyptische Mystik des 20. Jahrhunderts.

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