Samstag, 10. Dezember 2016

Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern – Titania Special Folge 12

Hans Christian Andersens Märchen haben mich von Klein auf wegen ihren traurigen Komponenten fasziniert. Das titelgebende kleine Mädchen bildet die Rahmenhandlung. Maximiliane Häcke verleiht ihr eine liebliche Erscheinung. Es fiel mir leicht, mir einen kalten Tag vorzustellen, an dem sie verzweifelt versucht Schwefelhölzer zu verkaufen und sich am Ende des Tages aufgrund von fehlendem Erfolg nicht nach Hause traut. Im Folgenden verbringt sie frierend die Nacht. Als sie ein Schwefelholz entzündet, meint sie ihre liebevolle, gütige, aber bereits verstorbene Großmutter zu sehen. Das Mädchen entzündet weitere Schwefelhölzer, um den Geschichten ihrer Großmutter zu lauschen. Dies sind weitere Märchen von Hans Christian Andersen, die Marc Gruppe passend zur Weihnachtszeit ausgewählt und schön integriert hat. Diese Produktion ist prädestiniert für die Weihnachtszeit, kann aber auch im Rest des Jahres problemlos gehört werden.

Das Hörspiel besetzt über 40 Rollen mit großartigen Sprechern. Welch ein Aufgebot! Die Sprecher konnten mich überzeugen. Besonders gut hat mir Dirk Petrick als Tannenbaum gefallen, weil ich ihn schon öfter in Rollen hörte, wo ich mir eine andere Stimme gewünscht hätte. Hier passt es perfekt und seine Leistung ist ausgezeichnet. Christian Stark ist im Zusammenspiel mit Wilfried Herbst großartig und Herbst spielt hervorragend einen in die Jahre gekommenen und desillusionierten Hund. Mit Peter Weis als Erzähler musste ich erstmal warm werden. Seine knarzige Stimme war für mich eine ungewöhnliche Erzählerstimme. Doch nun gefällt mir das besonders gut. Grandios finde ich Marianne Mosa als Großmutter und Erzählerin. Eine tolle Stimme!
Mir sind insgesamt nur Kleinigkeiten aufgefallen, die ich mir anders vorstellte, ich anders umgesetzt hätte. Bei den Kindern hätte die eine oder andere Betonung anders sein können, vielleicht weniger aufgesetzt, doch vielleicht ist das bei den Mäusen, die sie sprechen, gewollt. Bei Maximiliane Häcke vermisse ich teilweise etwas mehr Leid und einen hörbaren inneren Kampf in der Stimme. Besonders wenn es darum geht die Verkaufsware für den Eigenbedarf zu verwenden. Die Rahmengeschichte, obschon der schönen Inszenierung, ist für mich der schwächste Part. Meine Erwartungen wurden nicht vollends erfüllt. Das dürfte jedoch schwer sein und insgesamt ist es ein weiterer großartiger Klassiker im Titania Special.

Fazit
In diesem Hörspiel werden in einem Märchen eingebettet viele weitere zum Nachdenken anregende desselben Autors erzählt. Die großartige Inszenierung hinterlässt einen bleibenden Eindruck und kann gerade beim Hören im Familienkreis zu angeregten Diskussionen führen, wie es eben gute Geschichten vermögen. Famos!

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