Sonntag, 18. Dezember 2016

Gruselkabinett Nr. 116 – Der schwarze Stein

In diesem schaurigen Hörspiel spielt die akustische Untermalung eine besondere Rolle. Denn einige Stilelemente, wie ein dumpfes Dröhnen oder Pochen untermalt die schrecklichste Szene des Hörspiels ganz hervorragend und gibt dem Schrecken einen Takt. Der langsam sich regelmäßig wiederholende dumpfe Laut dürfte bei so manchem die Atemgeschwindigkeit oder vielleicht (vermeintlich) sogar den Rhythmus des eigenen Herzens beeinflussen. Ich habe lange im Gruselkabinett keine Folge mehr gehabt, bei der ich durchgängig in einer Szene derart mitgefiebert habe und mitgerissen wurde – sei es von den Klängen, den dumpfen Lauten, den packend geschilderten Geschehnissen…
Ohne die so gelungene Inszenierung – zum Beispiel in Form eines Hörbuchs – würde das Geschehen mich deutlich weniger packen, zumal durch meine reichlichen Erfahrungen im Gruselsektor bereits eine gewisse Abgestumpftheit bei der Schilderung von romantischen Schreckensgestalten und Geschehnissen auftritt.

Diese absolut gelungene akustische Untermalung ist natürlich nicht auf eine Szene beschränkt. Das ganze Hörspiel ist wunderbar musikalisch unterlegt und setzt stets zu dem Gesagten die passenden Akzente. Das steigert enorm die Spannung. Dazu gesellt sich das fesselnde Cover mit dem eindrucksvollen schwarzen Stein.

Sascha von Zambellys Debut im Gruselkabinett ist äußerst gelungen. Er spricht den neugierigen Caleb Thomas, der den Gerüchten um den schwarzen Stein nachgeht. Er recherchiert ausgiebig – zuletzt vor Ort – und erlebt viel Grausiges. Eine tolle Darbietung. Ebenso hat mir Patrick Baehr sehr gut als angsterfüllter Zeuge gefallen. Mit seiner ängstlichen Stimme hat er mich an Peter Shaw von den drei Fragezeichen erinnert. Hans Bayer als Wirt, Dietmar Wunder als Bibliothekar und Uli Krohm geben ganz famose Gesprächspartner für Caleb Thomas ab. Es ist angenehm und stets interessant, ihren Gesprächen zu lauschen.

Fazit
Eindringlich & packend – ein echt unheimlicher Beitrag im hörenswerten Gruselkabinett von Titania Medien. Mein persönliches Highlight des Jahres.

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