Samstag, 26. August 2017

Gruselkabinett Nr. 124 & 125 – Der Krieg der Welten

Auf die Veröffentlichung von H.G. Wells „Krieg der Welten“ habe ich mich sehr gefreut. Nicht nur wegen des packenden Covers, dass die angreifenden Marsianer mit ihren furchteinflößenden dreibeinigen Maschinen in London zeigt. Das Cover zum zweiten Teil gefällt mir ebenfalls sehr. Beide spiegeln hervorragend das Thema des jeweiligen Teils wider:

Im ersten Teil begleitet der Protagonist (Bruno Winzen) zusammen mit einem Bekannten, Explosionen auf dem Mars, die sie so interpretieren, als ob etwas auf dem Weg zur Erde sei. Dies stellt sich später als korrekt heraus, als der erste scheinbare Meteorit in der Nähe einschlägt. Damit beginnt die tödliche Invasion der Marsianer.

Im zweiten Teil versteckt sich der Protagonist und es wird eindringlich beschrieben, wie er die Invasion wahrnimmt und versucht zu überleben sowie Verwandte aufzusuchen.

Das erste Cover spiegelt hervorragen den Überraschungsangriff und Schrecken wieder. Das zweite die Tristheit und Ausweglosigkeit in den Ruinen der zerstörten Städte. Die Coverbilder regen mich zum Nachdenken an – zusätzlich, weil sie die Kampfmaschinen verschieden darstellen und vor allem der Elizabeth Tower im zweiten Bild gerade steht. Damit hätte ich nach dem ersten nicht gerechnet.

Mir gefällt der zweite Teil sehr gut. Es kommt die düstere Stimmung so schön herüber. Die Szenen mit dem Hilfsprediger, der mit der Situation nicht umzugehen weiß fand ich besonders mitreißend – und das Ende einfach romantisch-schön und so wunderbar umgesetzt. Es lief ein schöner Kinofilm vor meinem inneren Auge ab.

Der erste Teil zeigt Schwächen. Erstmal ist er fast 15 Minuten länger. Ebenfalls eine Laufzeit von 45 Minuten hätte der Geschichte meiner Meinung nach gut getan. Mir fiel zum ersten Mal (im elften Track) ein Musikstück auf, das mir unpassend erschien. Normalerweise bemerke ich beim ersten Hören keine Musikuntermalung, weil ich in der Immersion so drinstecke. Hier hat es meiner Immersion geschadet. Daher fiel es mir auf. Das Stück ist nicht vollends unpassend, doch waren die Akzente für mich, während der Dialoge der ersten 90 Sekunden zu feierlich, wenig bedrohlich – auch nachdem sie dem Tode scheinbar knapp entkamen. Gerade um die Minute 1:11 hat mich das ganze an Star Wars erinnert. Der nächste Kritikpunkt ist ebenfalls wahrscheinlich eine persönliche Empfindung: Georg Tryphon fand ich anstrengend zu lauschen (Gott, klingt er heiser) und hätte lieber einen anderen Sprecher in der Rolle gehört. Die Dialoge des Protagonisten mit seiner Frau, die wohl die Dramatik erhöhen sollen, weil sie die beiden faszinierten Männer dazu zu drängt, der unmittelbaren Gefahr zu entfliehen, finde ich gut, aber ebenfalls etwas anstrengend (aufgrund der wegen der Panik erhöhten Stimmlage – meine Ohren schmerzen, wenn ich daran denke). Es entsteht auch eine gewisse Komik.

Bruno Winzen fand ich beim ersten Hören als Erzähler etwas zäh – zu langsam, zu betont. Das hat mich die nächsten Male nicht mehr so gestört. Etwas flotter, hätte meiner Meinung nach trotzdem nicht geschadet. Insgesamt finde ich die Sprecherleistungen ordentlich, mit ein wenig Luft nach oben. Beim zweiten Teil passt es und die Qualität ist für mich wie gewohnt erstklassig.

Die musikalische Untermalung gefällt mir, bis auf die eine Ausnahme. Ganz begeistert bin ich von den Geräuschen. Die Explosionen, Meteoriteneinschläge und Waffen der Aliens lassen diesen Eintrag im Gruselkabinett ungewohnt laut und actionreicher erscheinen. Tolle Leistung!

Fazit
Ein gutes Hörspiel, bei dem es mir besonders der zweite Teil, die Geräusche und die Coverbilder angetan haben.

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